OXID eShop
Favoriten

Beleuchtung im Aquarium

Licht liefert Aquarienpflanzen die Energie für die Photosynthese und ist damit eine der drei Grundlagen für gesundes Pflanzenwachstum. Dabei gilt: Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Mit steigender Lichtmenge kann auch der Bedarf der Pflanzen an Nährstoffen und CO2 zunehmen.

Auf dieser Seite finden Sie zuerst die wichtigsten Praxiswerte für den normalen Aquarienalltag. Im zweiten Teil gehen wir tiefer auf Lumen, Lux, PAR/PPFD, Spektrum, Beckenhöhe sowie T5, T8 und LED ein.

Wie Licht, Nährstoffe und CO2 zusammenwirken, erklären wir ausführlicher auf unserer Wissensseite Die drei Säulen für gesunde Aquarienpflanzen.

Bepflanztes Süßwasseraquarium mit sichtbarer Aquariumbeleuchtung
Foto: Huy Phan / Unsplash

Wie viel Licht brauchen Aquarienpflanzen?

Für die Praxis ist Lumen pro Liter (lm/l) eine einfache und brauchbare Faustregel. Lumenwerte werden bei Aquariumleuchten häufig angegeben, und die Berechnung ist unkompliziert:

Lumen der Leuchte ÷ Aquarienvolumen in Litern = Lumen pro Liter

Eine Leuchte mit 3.000 Lumen über einem 100-Liter-Aquarium ergibt beispielsweise:

3.000 ÷ 100 = 30 lm/l

Das entspricht nach unserer praktischen Einteilung einer normalen bis mittleren Beleuchtung.

PEP-Praxisorientierung für Lumen pro Liter

Lumen pro Liter Einordnung Bedeutung in der Praxis
unter 20 lm/lsehr schwachdeutlich eingeschränkte Pflanzenauswahl; vor allem sehr genügsame Arten
20–30 lm/lSchwachlichtrobuste und wenig lichtbedürftige Pflanzen
30–45 lm/lnormal bis mittelguter Bereich für viele typische Aquarienpflanzen
45–60 lm/lstarkauch viele anspruchsvollere Pflanzen und Bodendecker; CO2 und Nährstoffe werden wichtiger
über 60 lm/lStarklichtsehr hohe Lichtmenge; große Pflanzenauswahl, aber geringere Fehlertoleranz des Gesamtsystems

Aus unserer langjährigen praktischen Erfahrung sehen wir etwa 25 lm/l als sinnvollen unteren Ausgangspunkt für ein normal bepflanztes Aquarium, bei dem Pflanzen zuverlässig wachsen sollen.

Wichtig: Diese Bereiche sind PEP-Praxiswerte und keine naturwissenschaftlich festgelegten Grenzwerte. Lumen ist eine auf das menschliche Sehen gewichtete Größe. Beckenhöhe, Ausleuchtung, Abstrahlwinkel, Spektrum, Abschattung, CO2 und Nährstoffversorgung beeinflussen das tatsächliche Ergebnis.

→ Beleuchtung mit dem PEP Lichtcheck prüfen und passende Pflanzen finden

Mein Komplettset hat nur 12 oder 15 lm/l – was nun?

Eine schwache Serienbeleuchtung bedeutet nicht automatisch, dass ein Aquarium ungeeignet ist. Wer die Beleuchtung nicht aufrüsten möchte, kann die Pflanzenauswahl an die vorhandene Lichtmenge anpassen. Gerade bei klassischen Komplettsets ist das oft sinnvoller, als sofort neue Technik zu kaufen.

Genau dabei hilft unser PEP Lichtcheck & Pflanzenempfehlung: Er berücksichtigt neben der Lichtleistung auch Beckengröße, Beckenhöhe, Grundfläche und CO2-Versorgung und schlägt anschließend Pflanzen vor, die zu den vorhandenen Bedingungen passen.

Wie lange sollte das Aquarium beleuchtet werden?

Die Beleuchtungsdauer sollte immer zusammen mit der Lichtintensität betrachtet werden. Ein schwach beleuchtetes Aquarium kann länger beleuchtet werden als ein echtes Starklichtbecken. Umgekehrt lässt sich eine zu schwache Lampe nicht beliebig dadurch ausgleichen, dass sie extrem lange eingeschaltet bleibt.

BeleuchtungPEP-Praxisorientierung
sehr schwach bis schwachzunächst etwa 10–12 Stunden; in stabilen Schwachlichtbecken sind auch 12–14 Stunden möglich
normal bis mitteletwa 10–12 Stunden
starketwa 8–10 Stunden
Starklichtetwa 6–8 Stunden können ausreichen

Für ein eingefahrenes, normal beleuchtetes Pflanzenaquarium empfehlen wir 10–12 Stunden als guten Ausgangspunkt. Diese Werte sind keine wissenschaftlichen Grenzwerte. Pflanzenarten, Lichtintensität, Pflanzenmasse, CO2- und Nährstoffversorgung sowie die Einfahrphase spielen ebenfalls eine Rolle.

Wer sein Aquarium besonders abends genießen möchte, kann die Beleuchtungsphase einfach später beginnen lassen. Zum Beispiel:

10:00–22:00 Uhr = 12 Stunden Beleuchtungszeit

Mittagspause – sinnvoll oder nicht?

Eine Mittagspause ist im Aquarium nicht notwendig, grundsätzlich aber möglich. Viele Aquarianer nutzen sie ganz praktisch, damit das Aquarium morgens und abends beleuchtet ist, ohne die Lampe 14 oder 15 Stunden durchgehend laufen zu lassen.

Ein möglicher Zeitplan wäre:

  • 08:00–13:00 Uhr Licht
  • 13:00–15:00 Uhr Pause
  • 15:00–22:00 Uhr Licht

Das ergibt insgesamt 12 Stunden Beleuchtungszeit.

Nach einer längeren Dunkel- oder deutlichen Schwachlichtphase erreicht die Photosynthese beim erneuten Einschalten nicht augenblicklich wieder ihren neuen stationären Wert. Diese Anpassung wird als photosynthetische Induktion bezeichnet. Daraus folgt aber nicht, dass eine zwei- oder dreistündige Mittagspause Aquarienpflanzen schädigt.

Unsere Empfehlung: Wenn es zum Tagesablauf passt, bevorzugen wir eine zusammenhängende Beleuchtungsphase. Wer sein Aquarium morgens und besonders abends genießen möchte, kann aber ohne Weiteres eine Mittagspause von etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Einen besonderen Vorteil für das Pflanzenwachstum oder eine zuverlässig algenhemmende Wirkung sollte man davon nicht erwarten.

Weiterführend: Photosynthesis in Fluctuating Light – Annual Review of Plant Biology.

Pflanzen beobachten

Manche Aquarienpflanzen verändern gegen Ende ihres biologischen Tages sichtbar ihre Blattstellung. Unter stärkerer Beleuchtung kann dies in der Praxis teilweise früher beobachtet werden. Solche Schlafbewegungen können ein interessanter zusätzlicher Hinweis auf den Tagesrhythmus der Pflanzen sein, sind aber kein exaktes Messinstrument für die optimale Beleuchtungsdauer.

Nyktinastische Bewegungen sind beispielsweise bei der Wasserpflanze Ludwigia sedoides experimentell beschrieben. Die Bewegungen werden wesentlich durch einen circadianen Rhythmus gesteuert und zusätzlich von Umweltfaktoren beeinflusst. Weiterführend: Studie zu Ludwigia sedoides.

Mehrere bepflanzte Süßwasseraquarien mit Beleuchtung von oben
Foto: Hưng Phạm / Unsplash

Farbtemperatur und Kelvin

Die Farbtemperatur einer Aquariumbeleuchtung wird in Kelvin (K) angegeben. Sie beschreibt, ob das Licht für unser Auge eher warm (gelblich bis orange), neutral (weiß) oder kühl (bläulich) wirkt.

Niedrige Kelvinwerte wirken wärmer und gelblicher. Mit steigender Kelvinzahl wird das Licht zunehmend kühler und bläulicher.

Für ein Süßwasser-Pflanzenaquarium liegt ein praxisnaher und optisch sehr angenehmer Bereich ungefähr zwischen 5.000 und 7.000 K. Besonders 5.500 bis 6.500 K wirken für viele Betrachter natürlich und tageslichtähnlich. Wir persönlich bevorzugen rund 6.500 K.

Wichtig: Dieser Bereich ist keine wissenschaftlich nachgewiesene Kelvin-Optimalzone für Pflanzen. Kelvin beschreibt den Farbeindruck. Für die Pflanzenwirkung sind Spektrum und Photonenmenge entscheidender.

Oberhalb von etwa 8.000 K wird der Farbeindruck zunehmend bläulicher. Solche hohen Farbtemperaturen sind für ein normales Süßwasser-Pflanzenaquarium in der Regel nicht nötig und werden häufiger aus der Meerwasserbeleuchtung bekannt sein.

Enthält weißes Licht überhaupt Rot und Blau?

Ja. Ein häufiger Irrtum ist, dass eine weiße Aquariumleuchte mit beispielsweise 6.500 K kein rotes oder blaues Licht enthalten würde.

Das stimmt nicht. Weißes Licht enthält verschiedene Wellenlängenbereiche und damit auch rote und blaue Anteile. Eine zusätzliche rote oder blaue Lampe ist deshalb nicht allein deswegen erforderlich, weil die Hauptbeleuchtung weiß oder mit 6.500 K angegeben ist.

Außerdem können zwei Leuchten mit derselben Kelvinangabe für unser Auge ähnlich aussehen und trotzdem unterschiedliche Spektren besitzen. Die Kelvinzahl beschreibt den Farbeindruck und nicht die vollständige spektrale Zusammensetzung.

Weiterführend: CIE – Correlated Colour Temperature.

Infografik zur Farbtemperatur von Aquariumbeleuchtung in Kelvin

Licht genauer verstehen – In-Depth

Für den normalen Aquarienalltag reichen Lumen pro Liter und eine passende Beleuchtungsdauer oft als erste Orientierung. Wer genauer verstehen möchte, warum verschiedene Leuchten trotz ähnlicher Daten unterschiedlich wirken können, findet hier die technischen Hintergründe.

Lumen – wie viel sichtbares Licht eine Lampe abgibt

Lumen (lm) beschreibt den sichtbaren Lichtstrom einer Lichtquelle – allerdings so gewichtet, wie hell das menschliche Auge verschiedene Wellenlängen wahrnimmt.

Dadurch tragen bestimmte grün-gelbliche Wellenlängen pro Watt Strahlungsleistung stärker zum Lumenwert bei als tiefrote oder blaue Bereiche. Genau deshalb darf Lumen nicht direkt mit „Pflanzenlicht“ gleichgesetzt werden.

Für Aquarianer bleibt Lumen trotzdem nützlich, weil Hersteller den Wert häufig angeben, Leuchten grob verglichen werden können und Lumen pro Liter leicht zu berechnen ist.

Merksatz: Gleiche Lumenzahl bedeutet nicht automatisch gleiche Pflanzenwirkung.

Weiterführend: CIE – Luminous flux.

Lux – wie viel Licht an einer Stelle ankommt

Lux (lx) beschreibt die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche. Dabei gilt:

1 Lux = 1 Lumen pro Quadratmeter.

Im Unterschied zu Lumen geht es bei Lux also nicht darum, wie viel Licht eine Lampe insgesamt abgibt, sondern wie viel davon an einer bestimmten Stelle tatsächlich ankommt.

Für Aquarien ist das durchaus interessant. Abstand, Wasserhöhe, Abdeckung, Trübung, Pflanzen, Hardscape und Abstrahlwinkel beeinflussen die Beleuchtungsstärke am jeweiligen Pflanzenstandort. Eine Luxmessung auf Pflanzenhöhe kann deshalb nützliche Informationen liefern.

Lux hat aber dieselbe grundsätzliche Einschränkung wie Lumen: Die Messung ist auf das menschliche Auge abgestimmt und nicht speziell auf die Photosynthese von Pflanzen. Lux ist für Aquarianer daher nicht nutzlos, aber auch keine perfekte Pflanzen-Messgröße.

Weiterführend: CIE – Illuminance.

PAR und PPFD – pflanzenrelevanter messen

Für Pflanzen ist nicht entscheidend, wie hell Licht für unser Auge wirkt, sondern welche Photonenmenge und spektrale Zusammensetzung tatsächlich bei ihnen ankommt.

Der klassische Bereich der PAR – Photosynthetically Active Radiation umfasst ungefähr 400 bis 700 Nanometer.

Gemessen wird in der Pflanzenbeleuchtung häufig als PPFD – Photosynthetic Photon Flux Density. Die Einheit lautet µmol/m²/s.

PPFD beschreibt, wie viele Photonen im PAR-Bereich pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen. Dabei werden die Photonen innerhalb dieses Bereichs zunächst gezählt und nicht danach gewichtet, wie effizient eine bestimmte Wellenlänge bei einer bestimmten Pflanzenart wirkt.

Ein PPFD-Wert ohne Messabstand oder Messposition ist wenig aussagekräftig. Eine Lampe kann direkt unter der Wasseroberfläche einen hohen Wert liefern, am Bodengrund eines hohen Aquariums aber deutlich weniger.

Auch wichtig: Aus einem Lumenwert allein lässt sich PPFD nicht zuverlässig mit einem universellen Faktor berechnen. Dafür müsste unter anderem das Spektrum der jeweiligen Lichtquelle bekannt sein.

Wer PPFD tatsächlich unter Wasser misst, sollte zudem beachten, dass Quantensensoren je nach Bauart eine Immersionskorrektur benötigen.

Weiterführend: Apogee Instruments – PAR und PPFD.

Warum Beckenhöhe und Lichtverteilung so wichtig sind

Die reine Angabe in Lumen pro Liter sagt noch nicht, wie viel Licht tatsächlich bei den Pflanzen ankommt. Besonders die Beckenhöhe spielt dabei eine große Rolle.

Mit zunehmender Entfernung von der Leuchte und zunehmender Wassertiefe nimmt die Beleuchtungsstärke am Pflanzenstandort in der Praxis ab. Dabei wirken mehrere Effekte gleichzeitig: geometrische Lichtverteilung, Abstrahlwinkel und Optik der Leuchte, Reflexionen sowie Absorption und Streuung im Wasser.

Eine pauschale Regel wie „Alle 10 cm halbiert sich das Licht“ ist deshalb zu grob und keine allgemeingültige physikalische Regel.

Für die Praxis wichtig: Ein Bodendecker am Boden eines 50 cm hohen Aquariums bekommt deutlich weniger Licht als eine Pflanze, deren Blätter nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen.

Deshalb sind Bodendecker in hohen Standardbecken häufig anspruchsvoller als in flachen Aquarien. Große Pflanzen, Schwimmpflanzen, Wurzeln und Steine können zusätzlich Schattenbereiche erzeugen.

Infografik zum Einfluss der Beckenhöhe auf Licht und Bodendecker im Aquarium

Weiterführend: Pedersen, Colmer & Sand-Jensen – Underwater Photosynthesis of Submerged Plants.

Lichtspektrum – was Rot, Grün und Blau für Pflanzen bedeuten

Chlorophyll absorbiert im roten und blauen Bereich besonders stark. Daraus entstand lange die vereinfachte Aussage, Pflanzen würden eigentlich nur rotes und blaues Licht benötigen.

So einfach ist es nicht. Die photosynthetische Wirkung erstreckt sich über einen breiten Bereich des sichtbaren Spektrums, und die Reaktion auf unterschiedliche Lichtqualitäten ist zudem artspezifisch.

Auch grünes Licht wird von Pflanzen genutzt. Ein Teil wird reflektiert – deshalb erscheinen viele Blätter für unser Auge grün. Ein erheblicher Anteil kann aber ebenfalls aufgenommen werden und tiefer in das Blattgewebe eindringen.

Die Aussage „Grünes Licht ist für Pflanzen nutzlos“ ist deshalb falsch.

Auch bei weißem Licht gilt: Weiß bedeutet nicht, dass Rot oder Blau fehlen. Eine weiße Aquariumleuchte kann ein breites Spektrum mit roten, grünen und blauen Anteilen besitzen.

Entscheidend ist nicht eine einzelne Lichtfarbe, sondern das gesamte Spektrum zusammen mit der Lichtmenge.

Weiterführend: Frontiers in Plant Science – Blue, Green and Red Light.

Warum gibt es trotzdem Rot-Blau-Pflanzenlampen?

Rot und Blau spielen bei der Photosynthese eine wichtige Rolle. Deshalb werden bei Pflanzenlampen häufig gezielt LEDs in diesen Bereichen eingesetzt.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Rot-Blau-Lampe automatisch besser ist als eine gute weiße Pflanzenleuchte. Weißes Licht kann ebenfalls rote und blaue Anteile enthalten und gleichzeitig für eine deutlich natürlichere Farbwiedergabe im Aquarium sorgen.

Für ein Schaubecken zählt das Gesamtpaket aus ausreichender Lichtmenge, sinnvoller spektraler Verteilung, guter Ausleuchtung und einer Farbwiedergabe, bei der Pflanzen und Tiere natürlich aussehen.

Lumen pro Watt – Effizienz und Plausibilitätscheck

Die Lichtausbeute einer Leuchte lässt sich grob berechnen:

Lumen ÷ Watt = Lumen pro Watt (lm/W)

Der Wert zeigt, wie viel sichtbaren Lichtstrom eine Lichtquelle pro Watt elektrischer Leistung erzeugt. lm/W ist eine Effizienzkennzahl und kein alleiniger Qualitätsmaßstab für eine Pflanzenleuchte.

Vor einigen Jahren galten etwa 120–150 lm/W bei LED-Lösungen bereits als sehr gute Werte. Der Stand 2026 ist deutlich weiter: aktuelle weiße LED-Packages können je nach Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Strom und Testbedingungen deutlich höhere Werte erreichen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen LED-Chip bzw. LED-Package und der kompletten fertigen Aquariumleuchte. Treiber, Temperatur, Optiken und die Konstruktion der Leuchte verursachen zusätzliche Verluste.

TechnikGrobe technische Größenordnung
klassische T8-Röhrenhäufig etwa 75–95 lm/W
effiziente T5-HE-Röhrenhäufig etwa 85–105 lm/W
aktuelle weiße LED-Packagesje nach Typ/Testbedingungen grob 140–220+ lm/W möglich
fertige LED-Leuchteliegt durch Systemverluste unter dem idealen Chip-/Packagewert

Diese Werte sind Größenordnungen. Die konkrete Ausführung entscheidet. Eine alte Faustregel wie „über 145 lm/W ist unrealistisch“ ist heute überholt. Die T5-/T8-Größenordnungen lassen sich in technischen Unterlagen von LEDVANCE/OSRAM nachvollziehen; aktuelle LED-Packagewerte zeigen beispielsweise die Daten von Lumileds.

Nicht nur Lumen zählen – auch die Richtung des Lichts

Eine Leuchtstoffröhre strahlt ihr Licht nahezu rundum ab. Ein Teil des Lichtes geht deshalb zunächst nach oben oder zur Seite und nicht direkt ins Aquarium.

Ein guter Reflektor kann einen großen Teil dieses Lichtes wieder in Richtung Wasser lenken, arbeitet aber nicht verlustfrei. Reflexion, Abschattung und Bauform beeinflussen, wie viel Licht tatsächlich im Becken ankommt.

LEDs haben hier einen konstruktiven Vorteil: Sie geben ihr Licht bereits überwiegend in eine Richtung ab. Bei vielen verbreiteten weißen LED-Packages liegt der typische Abstrahlwinkel ungefähr um 120°. Dieser Wert ist aber nicht universell – Optiken, Reflektoren und Diffusoren können die Lichtverteilung deutlich verändern.

Infografik zum Vergleich der Lichtabstrahlung von Leuchtstoffröhre mit Reflektor und LED

Herstellerangaben kritisch prüfen

Besonders bei sehr günstigen Aquariumleuchten findet man teilweise erstaunlich hohe Lumenwerte. Solche Angaben sollte man nicht ungeprüft übernehmen.

Ein Plausibilitätscheck über Lumen pro Watt hilft dabei, ungewöhnliche Werte zu erkennen. Sehr hohe Effizienzwerte sind bei modernen LED-Chips technisch möglich, beziehen sich aber häufig auf einzelne LEDs unter optimalen Bedingungen und nicht auf die komplette fertige Aquariumleuchte.

  • 20 W bei 2.400 lm = 120 lm/W → technisch völlig plausibel.
  • 20 W bei 6.000 lm = 300 lm/W für die komplette Aquariumleuchte → außergewöhnliche Behauptung, für die wir einen belastbaren Messnachweis erwarten würden.

Lumen pro Watt sind deshalb ein guter Plausibilitätscheck, aber kein alleiniger Qualitätsmaßstab.

LED, T5 oder T8 – was ist heute sinnvoll?

Für eine neue Aquariumbeleuchtung ist LED heute in der Regel die sinnvollste Lösung. LEDs sind effizient, kompakt, gut steuerbar und flexibel bei Lichtfarbe, Spektrum und Optik.

Das bedeutet aber nicht, dass eine funktionierende T5- oder T8-Beleuchtung automatisch schlecht ist. Gerade T5-Systeme können ein Pflanzenaquarium weiterhin gut beleuchten. Wer ein bestehendes, funktionierendes System besitzt, muss es deshalb nicht allein wegen der Technik ersetzen.

Alte Watt-pro-Liter-Regeln stammen aus Zeiten der Leuchtstoffröhren und lassen sich auf moderne LEDs kaum sinnvoll übertragen. Für die praktische Einordnung sind Lumen pro Liter heute deutlich hilfreicher.

Weiterführendes PEP-Wissen

Die verwendeten Fachquellen sind jeweils direkt an den entsprechenden Aussagen im Text verlinkt. So können Sie bei Interesse genau dort tiefer einsteigen, wo eine technische oder wissenschaftliche Aussage erklärt wird.

Zum besseren Verständnis des Gesamtsystems empfehlen wir außerdem: