CO2 im Aquarium
Kohlendioxid (CO₂) spielt eine zentrale Rolle für das Wachstum von Aquarienpflanzen. Zusammen mit Licht, Wasser und einer ausreichenden Versorgung mit Mineralstoffen ermöglicht es den Pflanzen, durch Photosynthese neue Pflanzenmasse aufzubauen. Gerade in stärker beleuchteten und dicht bepflanzten Aquarien kann natürlich vorhandenes CO₂ schnell zum begrenzenden Faktor werden.
Eine zusätzliche CO₂-Düngung kann deshalb einen erheblichen Unterschied machen: Pflanzen wachsen kräftiger, bilden kompaktere Triebe und können Licht sowie die übrigen Nährstoffe besser nutzen. Allerdings benötigt nicht jedes Aquarium zwingend eine CO₂-Anlage. Entscheidend sind vor allem die vorhandenen Pflanzenarten, die Lichtstärke und das gewünschte Wachstum.
Warum brauchen Aquarienpflanzen CO₂?
Pflanzen bestehen zu einem erheblichen Teil aus Kohlenstoff. Diesen Kohlenstoff müssen sie aus ihrer Umgebung aufnehmen. Für die meisten Aquarienpflanzen ist gelöstes Kohlendioxid dabei eine besonders wichtige und leicht nutzbare Kohlenstoffquelle.
Während der Photosynthese nutzen Pflanzen Lichtenergie, um aus Kohlendioxid und Wasser energiereiche organische Verbindungen aufzubauen. Vereinfacht lässt sich dieser Vorgang so darstellen:
Kohlendioxid + Wasser + Lichtenergie → organische Pflanzenmasse + Sauerstoff
Unter Wasser ist die Versorgung mit Kohlenstoff schwieriger als an Land. Gase und damit auch CO₂ bewegen sich im Wasser wesentlich langsamer als in der Luft. Rund um die Blätter kann deshalb bei kräftiger Photosynthese schnell CO₂ verbraucht werden.
Wasserpflanzen haben sich auf diese Bedingungen unterschiedlich eingestellt. Viele Arten können bei CO₂-Mangel zumindest teilweise auch Hydrogencarbonat (HCO₃⁻) als Kohlenstoffquelle nutzen. Wie gut das funktioniert, unterscheidet sich jedoch erheblich von Art zu Art. Andere Pflanzen sind deutlich stärker auf frei verfügbares CO₂ angewiesen.
Wichtig: Licht und CO₂ gehören unmittelbar zusammen. Mehr Licht ermöglicht eine höhere Photosyntheseleistung – dadurch steigt aber auch der Bedarf an CO₂ und anderen Nährstoffen. Eine starke Beleuchtung ohne passende CO₂- und Nährstoffversorgung führt deshalb nicht automatisch zu besserem Pflanzenwuchs.
Mehr zum Thema Licht finden Sie auf unserer Seite Beleuchtung im Aquarium.
Braucht jedes Aquarium zusätzliches CO₂?
Nein. Viele Aquarien mit anspruchslosen Pflanzen und moderater Beleuchtung können auch ohne zusätzliche CO₂-Düngung sehr gut funktionieren.
CO₂ entsteht im Aquarium auf natürliche Weise unter anderem durch die Atmung von Fischen, Pflanzen und Mikroorganismen sowie beim Abbau organischer Stoffe. Zusätzlich findet über die Wasseroberfläche ein ständiger Gasaustausch mit der Umgebungsluft statt.
Für langsam wachsende und genügsame Pflanzen kann diese natürliche Versorgung ausreichen. Dazu gehören beispielsweise viele Anubias, Javafarne, Moose und verschiedene Cryptocorynen.
Anders sieht es bei stärker beleuchteten Pflanzenaquarien, Aquascapes und anspruchsvolleren Pflanzen aus. Viele Bodendecker, feinblättrige Stängelpflanzen und zahlreiche besonders kompakt oder intensiv gefärbt wachsende Arten profitieren deutlich von einer gezielten CO₂-Versorgung.
Als grobe Orientierung benötigen mittelschwere Pflanzen häufig etwa 10–15 mg/l CO₂. Für anspruchsvollere Pflanzenaquarien werden häufig etwa 15–30 mg/l angestrebt. In vielen klassischen CO₂-Aquarien hat sich ein Bereich um 20–25 mg/l als guter Ausgangspunkt bewährt.
Dabei gilt jedoch nicht: Je mehr CO₂, desto besser. Der tatsächliche Bedarf hängt immer vom gesamten Aquarium ab. Insbesondere bei Fisch- und Garnelenbesatz muss die CO₂-Zugabe so eingestellt werden, dass die Tiere nicht beeinträchtigt werden.
CO₂-Versorgung, Einstellung und Sicherheit
Welches System passt zu Ihrem Aquarium? Wie lässt sich die Versorgung kontrollieren und was ist für die Tiere wichtig? Die ausführlichen Informationen finden Sie auf diesen drei Themenseiten.
CO₂-Versorgung: Systeme im Vergleich
Druckgas, Hefe und Zitronensäure/Natron: Funktionsweise, Kosten, Aufwand und Unterschiede.
Zum Thema →CO₂ richtig einstellen und kontrollieren
CO₂-Menge, Dauertest, Grenzen der pH/KH-Berechnung und Nachtabschaltung.
Zum Thema →CO₂ sicher verwenden und Flüssig-CO₂ einordnen
Tierwohl, sichere Anlagen und warum flüssige Kohlenstoffprodukte keine CO₂-Gasanlage ersetzen.
Zum Thema →Die Systeme auf einen Blick
- Druckgas: gut regelbar und lange Standzeiten; höhere Anschaffungskosten und Nachfüllen beziehungsweise Flaschentausch.
- Hefe und Zucker: preiswerter Einstieg; schwankende Produktion und eingeschränkte Regelbarkeit.
- Zitronensäure und Natron: zu Hause wiederbefüllbar; geeignetes druckfestes System mit Sicherheitseinrichtungen erforderlich.
Unabhängig vom System müssen CO₂, Licht und Nährstoffversorgung zusammenpassen. Richten Sie die CO₂-Zugabe niemals auf Kosten des Wohlbefindens der Tiere ein.