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Außenfilter im Aquarium

Außenfilter

Ein Außenfilter steht außerhalb des Aquariums, meistens im Unterschrank. Über einen Ansaugschlauch gelangt das Wasser in den geschlossenen Filterbehälter, durchströmt dort mehrere Filterkörbe und wird anschließend über den Rücklaufschlauch ins Aquarium zurückgepumpt. Im Becken bleiben dadurch im Wesentlichen nur Ansaugung und Auslass sichtbar.

Außenfilter eines Aquariums außerhalb des Beckens
Außenfilter mit angeschlossenen Schläuchen. Foto: Katn88 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, für die Webdarstellung verkleinert.

Wie arbeitet ein Außenfilter?

Auch beim Außenfilter greifen drei Aufgaben ineinander: Gröbere und feinere Schmutzteilchen werden mechanisch zurückgehalten, Filtermedien werden von Mikroorganismen besiedelt und der Rücklauf sorgt für Wasserbewegung. Das vergleichsweise große Medienvolumen ist praktisch, macht einen Außenfilter aber nicht automatisch biologisch „besser“ als einen passend dimensionierten Innenfilter.

Der genaue Wasserweg unterscheidet sich je nach Modell. Bei vielen Topffiltern wird das angesaugte Wasser zunächst seitlich oder durch einen separaten Vorfilter nach unten geführt und strömt anschließend durch die Filterkörbe wieder nach oben. Andere Geräte sind anders aufgebaut. Deshalb gilt auch hier: Die Bestückung richtet sich nach der tatsächlichen Fließrichtung und der Anleitung des Herstellers – nicht einfach nach „unten“ und „oben“.

Wie kann ein Außenfilter bestückt werden?

Ein sinnvoller Grundgedanke ist, den Hauptstrom zuerst von grobem Schmutz zu entlasten, danach ausreichend gut durchströmte biologische Fläche bereitzustellen und sehr feine oder spezielle Medien nur gezielt einzusetzen.

Schematischer Wasserweg und mögliche Bestückung eines Außenfilters in Fließrichtung
Beispielaufbau: Der dargestellte Wasserweg ist häufig, aber nicht bei jedem Außenfilter gleich.
Funktionsstufe in FließrichtungMögliche MaterialienBeispiele aus dem Handel (ohne Wertung)Aufgabe und Hinweise
Vorfilter beziehungsweise grobe Stufegrober Filterschwamm, grobe Filtermatte, Keramik-Hohlringe oder grobe strukturierte KunststoffringeEHEIM MECH; JBL Cermec; Tetra CR FilterringsFängt größere Schmutzteilchen ab beziehungsweise verteilt den Wasserstrom. Ein gut erreichbarer Vorfilter kann häufiger gereinigt werden und schützt die nachfolgenden Medien. Tetra CR Filterrings sind laut Hersteller für Außenfilter vorgesehen.
Biologische Hauptstufeporöse Keramik beziehungsweise Sinterglas, biologisches Kunststoffmedium oder auch grober Schwammsera siporax Professional; JBL Micromec; Fluval BIOMAX 500 gBietet zusätzliche Besiedlungsfläche. Ein Schwamm ist hier nur eine Möglichkeit und keineswegs Pflicht: Viele Außenfilter werden in der Hauptstufe überwiegend oder vollständig mit losem biologischem Filtermaterial betrieben.
Optionale FeinfilterungFilterwatte, passgenaues Filtervlies oder feiner FilterschwammEHEIM SYNTH; JBL Symec Filterwatte; sera FilterwatteHält feine Schwebstoffe zurück und setzt sich entsprechend schneller zu. Filterwatte und Filtervlies erfüllen eine ähnliche Aufgabe, unterscheiden sich aber in ihrer Form: Watte wird lose eingelegt, Vlies meist als zugeschnittene Matte oder Pad.
Optionale SpezialstufeAktivkohle oder ein gezielter AdsorberEHEIM KARBON; sera super carbon; OASE CarbonNur für einen konkreten Zweck und zeitlich begrenzt einsetzen – etwa nach einer Medikamentenbehandlung, wenn die Anleitung dies vorsieht. Nicht als notwendige Dauerbestückung.

Hinweis zu den Produktnamen: Die genannten Produkte sind herstellerübergreifende Beispiele, keine Rangfolge oder Kaufempfehlung. Vergleichbare Medien anderer Hersteller können dieselbe Aufgabe erfüllen. Ob Form, Menge und Schichthöhe passen, richtet sich immer nach Filtermodell, Korbgröße, tatsächlicher Fließrichtung und Herstelleranleitung.

Neutrale Beispiele für grobe, biologische, feine und zeitweilig eingesetzte spezielle Filtermedien
Neutrale Materialdarstellung ohne Markenbezug: Schwamm und Keramik-Hohlringe, poröse biologische Medien, Filterwatte und -vlies sowie Aktivkohle und Adsorbergranulat.
Keine starre Korbreihenfolge: Ein Außenfilter muss nicht möglichst dicht mit verschiedenen Hochleistungsmedien gefüllt werden. Ein einfacher, gut durchströmter Aufbau ist meist sinnvoller als viele sehr feine Schichten, die den Durchfluss stark reduzieren. Ein funktionierendes Herstellersystem sollte nicht allein wegen einer allgemeinen Beispielgrafik wahllos umgebaut werden.

Eine eigene Schwammstufe zwischen grober Vorfilterung und biologischem Hauptmaterial ist also möglich, aber nicht zwingend. Viele herstellerspezifische Bestückungen enthalten nur eine Filtermatte oder ein feines Vlies; der übrige Korbraum wird mit losen Medien gefüllt. Wer überwiegend Keramik-, Sinterglas- oder Kunststoffmedien verwendet, kann damit ebenso einen sinnvoll aufgebauten Außenfilter betreiben. Wichtig ist, dass grober Schmutz nicht sofort alle feinen Poren zusetzt und der Wasserweg dauerhaft offen bleibt.

Kombimedien überschneiden die Stufen: Ein Produkt wie EHEIM bioMECH soll zugleich mechanische und biologische Aufgaben übernehmen. Es lässt sich deshalb nicht sauber in nur eine Tabellenzeile einordnen. Entscheidend ist nicht der Name auf der Packung, sondern welche Aufgabe das Material im konkreten Wasserweg erfüllt.

Vorteile

  • viel Platz für unterschiedliche Filtermedien
  • wenig sichtbare Technik im Aquarium
  • gut für mittlere, große oder stärker besetzte Becken
  • Wartung möglich, ohne den gesamten Filterkörper aus dem Aquarium zu nehmen

Nachteile

  • höherer Anschaffungspreis
  • Schläuche, Dichtungen und Verbindungen müssen sorgfältig kontrolliert werden
  • Reinigung aufwendiger als bei vielen kleinen Innenfiltern
  • Ansaugkorb muss bei Garnelen und Jungfischen gesichert werden

Für welche Aquarien eignet sich ein Außenfilter?

Außenfilter sind besonders praktisch für mittlere und größere Gesellschafts- oder Pflanzenaquarien, wenn viel Medienvolumen, wenig sichtbare Technik im Becken und eine flexibel einstellbare Strömung gewünscht sind. Auch bei stärkerer organischer Belastung kann das zusätzliche Filtervolumen hilfreich sein. Für ein kleines, angemessen besetztes Aquarium ist ein Außenfilter dagegen nicht automatisch notwendig.

Die Herstellerangabe in Litern pro Stunde beschreibt meist die Pumpenleistung unter günstigen Bedingungen. Filtermaterial, Schläuche, Förderhöhe, Verschmutzung und Einbauten im Rücklauf verringern den tatsächlichen Durchfluss. Deshalb sollte nicht nur die beworbene Aquariengröße betrachtet werden, sondern ob im eingerichteten Becken eine ruhige, möglichst vollständige Umwälzung erreicht wird.

Garnelen und Jungfische schützen

Der Ansaugkorb eines Außenfilters kann kleine Garnelen und Jungfische erfassen. Ein passend sitzender Vorfilterschwamm oder ein feinmaschiger Ansaugschutz macht die Ansaugung sicherer und hält zugleich groben Schmutz vom Filtertopf fern. Weil ein zugesetzter Schutz den Durchfluss deutlich vermindert, muss er regelmäßig kontrolliert und häufiger gereinigt werden als die biologischen Hauptmedien.

Außenfilter sicher öffnen, reinigen und wieder starten

  1. Strom trennen und die Absperrhähne beziehungsweise den Schlauchadapter nach Herstelleranleitung schließen.
  2. Filtertopf standsicher öffnen. Ein Eimer und Tücher unter dem Gerät schützen vor Restwasser.
  3. Nur so viel reinigen wie nötig. Vorfilter und Schwämme dürfen gründlicher von Mulm befreit werden; biologische Medien werden nur schonend gespült und nicht gleichzeitig vollständig ersetzt.
  4. Dichtungen und Schlauchanschlüsse prüfen. Der Dichtring muss sauber, unbeschädigt und korrekt eingesetzt sein. Pflegemittel nur verwenden, wenn sie für das jeweilige Modell vorgesehen sind.
  5. Filter vollständig füllen beziehungsweise entlüften und niemals trocken laufen lassen. Nach dem Start Schläuche, Adapter und Deckeldichtung mehrere Minuten auf Tropfen kontrollieren.

Luftgeräusche oder stark schwankender Durchfluss nach der Wartung sprechen häufig dafür, dass noch Luft im Filter oder im Schlauchsystem steckt. Bleibt das Problem bestehen, sollten Ansaugung, Schlauchführung, Rotorraum und Dichtungen nach Herstelleranleitung geprüft werden. Ein Außenfilter gehört in einen standsicheren, trockenen Bereich; Mehrfachsteckdosen und elektrische Verbindungen sollten nicht dort liegen, wo austretendes Wasser sie erreichen kann.

Wie oft sollte ein Außenfilter gereinigt werden?

Ein deutlich sinkender Durchfluss, sichtbar zugesetzte Vorfilter oder Ablagerungen im Rotorraum sind bessere Hinweise als ein starrer Wochenplan. Vorfilter und Ansaugschutz werden meist deutlich häufiger gereinigt als der gesamte Filter. Schläuche und Rotor sollten kontrolliert werden, wenn die Leistung trotz sauberer Vorfilter nachlässt. Den kompletten Filter sehr häufig „klinisch sauber“ zu machen, ist weder nötig noch für die angesiedelte Biologie sinnvoll.

PEP-Empfehlung: Für größere Gesellschafts- und Pflanzenaquarien ist der Außenfilter häufig die praktischste Lösung. Er sollte nicht allein nach der Literangabe auf der Verpackung ausgewählt werden: Besatz, Fütterung, tatsächlicher Durchfluss, Förderhöhe und verschmutzte Filtermedien beeinflussen die Leistung deutlich.

Weiterführend: sera – Aquariumfilterung mit System, sera – Filtermedien schonend und bedarfsgerecht reinigen, EHEIM – Filtermedien und MediaSETs und EHEIM – Vorfilter am Ansaugbereich.

Weiterlesen: Biologische Grundlagen · Filtermedien und Bestückung · Filter reinigen und pflegen

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