Die ersten 90 Tage im Aquarium
Ein neuer Lebensraum braucht Zeit
Das Aquarium ist eingerichtet, die Pflanzen sind eingesetzt und die Technik läuft. Jetzt beginnt die Startphase: Pflanzen wachsen an, Mikroorganismen besiedeln Filter und andere Oberflächen, und Pflege sowie Versorgung werden auf das Becken abgestimmt. Unser 90-Tage-Plan hilft Ihnen, die wichtigen Kontrollen nicht zu vergessen.
Noch nicht eingerichtet? Beginnen Sie mit Aquarium richtig einrichten. Die folgenden Empfehlungen sind unser eigener PEP-Ansatz; kein unveränderter Tropica-App-Plan und kein wissenschaftlich verbindlicher Tagesfahrplan.
Ihr persönlicher Pflegeplan
Wählen Sie als Tag 1 das Datum, an dem das eingerichtete Aquarium befüllt wurde und die Technik gestartet ist. Alle Termine werden daraus berechnet. Das Datum wird nur in Ihrem Browser verarbeitet, nicht als Plan an uns übermittelt.
Für Google Kalender importieren Sie die Datei am Computer unter Einstellungen → Importieren & Exportieren in einen Kalender Ihrer Wahl. Wir greifen nicht auf Ihr Google-Konto zu. Die Datei enthält ganztägige Termine; stellen Sie Erinnerungen in Ihrem Kalender selbst ein. Ein erneuter Import kann doppelte Termine erzeugen. Die Datei ist eine Momentaufnahme und wird nicht automatisch aktualisiert.
| Erledigt | Tag / Datum | Aufgabe |
|---|
Häkchen gelten nur für diese Seitenansicht und werden nicht dauerhaft gespeichert. Nach einem Neuladen oder einer neuen Planerstellung sind sie zurückgesetzt.
Tag 1 bis 14: Anwachsen und genau hinschauen
Tag 1: Kontrollieren Sie Durchfluss, Dichtigkeit, Temperatur, Zeitschaltuhr und gegebenenfalls CO₂-Technik. Starten Sie mit sechs Stunden Licht täglich. Schnell wachsende, zur Beleuchtung passende Pflanzen sind eine gute Ergänzung. Prüfen Sie die Nährstoffversorgung, statt automatisch eine volle Dosis aller Dünger zuzugeben.
Tag 3, 5, 7, 10 und 14: Wechseln Sie jeweils 30–50 % des Wassers und reinigen Sie die Scheiben bei Bedarf. Verwenden Sie geeignetes Wasser mit möglichst ähnlicher Temperatur. Schalten Sie betroffene Geräte entsprechend deren Anleitung ab; Heizer nicht heiß aus dem Wasser nehmen und Filter nicht trocken betreiben. Nach dem Auffüllen werden Geräte sicher wieder gestartet und kontrolliert. Düngen Sie anschließend nur die tatsächlich erforderliche Ergänzung nach.
Tag 5 bis 14: Beobachten Sie den Austrieb, entfernen Sie lose abgestorbene Blätter und prüfen Sie, ob ein Rückschnitt nötig ist. Ein kurzes Einsteigerpflänzchen muss nicht an einem festen Tag gekürzt werden. Gut gewachsene Stängelpflanzen können oberhalb eines geeigneten Blattknotens geschnitten werden; gesunde Kopfstecklinge lassen sich je nach Art wieder einsetzen. Gelbe Blätter oder ein Algenbelag allein sind keine sichere Diagnose für zu wenig beziehungsweise zu viel Dünger.
Wasser messen und Düngung abstimmen
Halten Sie zu Beginn die bekannten Werte Ihres Ausgangswassers fest, insbesondere Härte und vorhandene Nährstoffe. Kontrollieren Sie in der ersten bis zweiten Woche den Verlauf und bei Auffälligkeiten früher. Für die biologische Entwicklung sind insbesondere Nitrit und gegebenenfalls Ammonium/Ammoniak relevant; für die Pflanzenernährung helfen beispielsweise Nitrat, Phosphat und Eisen. Nicht jeder Wert lässt sich mit jedem Hobbytest zuverlässig erfassen. Nutzen Sie die passende Testanleitung und führen Sie ein einfaches Messprotokoll.
PEP-Ansatz zur Düngung: Berücksichtigen Sie den Nährstoffbedarf ab dem ersten Tag. Sind ausreichend Nährstoffe im Ausgangswasser vorhanden, müssen sie nicht zusätzlich aufgedüngt werden. Fehlen wichtige Nährstoffe, ergänzen Sie sie passend zu Pflanzenmasse, Licht und gegebenenfalls CO₂. Orientierung bieten unsere Nährstoff-Richtwerte und Erläuterungen; sie sind keine Pflichtwerte, die jedes Becken sofort erreichen muss.
Nach einem Wasserwechsel wird nicht automatisch erneut die volle Wochendosis gegeben. Berücksichtigen Sie verbleibende Nährstoffe, das Frischwasser, die bisherige Dosierung und den Verbrauch. Vergleichen Sie Messungen möglichst unter ähnlichen Bedingungen. Wurzeldünger können für entsprechende Pflanzen gezielt verwendet werden; ein flächiger Nährboden ist für diesen Plan nicht vorgesehen.
Licht langsam steigern
Unsere geplante Steigerung beträgt 30 Minuten pro Woche, beginnend nach sieben vollständigen Tagen, also an Tag 8. Bei sechs Stunden Startdauer erreicht der Plan zehn Stunden an Tag 57 beziehungsweise zwölf Stunden an Tag 85. Für stärker beleuchtete Becken können acht Stunden als Ziel passender sein. Die Einordnung erklären wir unter Beleuchtung im Aquarium.
Die Termine sind eine Erinnerung, keine automatische Steuerung: Prüfen Sie vor jeder Erhöhung Pflanzenwachstum, Algenentwicklung und Versorgung. Bei Problemen setzen Sie den nächsten Schritt aus. Verlängern Sie nicht blind, um einen Kalenderwert einzuhalten. Wenn Sie eine Steigerung verschieben, passen Sie spätere Kalendereinträge selbst an.
Ab Tag 21: Wöchentliche Pflege
Unsere Standardempfehlung lautet ab Tag 21: einmal pro Woche 50 % Wasser wechseln. Der Plan enthält diese Aufgabe an Tag 21, 28, 35, 42, 49, 56, 63, 70, 77 und 84. Auch danach führen Sie den Rhythmus fort; Tag 90 ist kein Ende der Pflege.
Verbinden Sie den Wasserwechsel mit einem kurzen Technik- und Pflanzencheck: Läuft der Filter mit ausreichendem Durchfluss? Stimmt die Temperatur? Funktioniert die Zeitschaltuhr? Sitzen Schläuche sicher? Muss gesund gewachsenes Pflanzenmaterial geschnitten werden? Entfernen Sie abgestorbene Reste und bei Bedarf Fadenalgen vorsichtig von Hand. Weitere Hinweise finden Sie im Algenratgeber.
Filtermedien nicht nach Kalender reinigen: Prüfen Sie zunächst den Durchfluss und die tatsächliche Verschmutzung. Reinigen Sie bei Bedarf nach Herstelleranleitung, ohne alle biologisch aktiven Medien unnötig gleichzeitig gründlich zu reinigen oder auszutauschen. Ein normal laufender Filter muss nicht allein wegen Tag 28 geöffnet werden.
Tierbesatz: Zustand statt Stichtag
Tag 32 ist in unserem Kalender nur ein Prüftermin. Die Entwicklung kann länger dauern. Wenn Nitrit angestiegen ist, muss es wieder zuverlässig abgefallen sein; ein beobachtbarer Nitritpeak tritt aber nicht in jedem Becken auf. Ein einzelner unauffälliger Test im leeren Becken beweist nicht, dass die biologische Verarbeitung den späteren Besatz bereits tragen kann.
Vor dem Besatz müssen die Wasserbedingungen zur Art passen und Hinweise auf eine ausreichende biologische Entwicklung vorliegen. Kontrollieren Sie Nitrit wiederholt, nach Möglichkeit auch Ammonium/Ammoniak, und lassen Sie sich bei unklarer Entwicklung fachkundig beraten. Beginnen Sie mit einem zurückhaltenden, geeigneten Besatz, füttern Sie maßvoll und beobachten Sie Wasserwerte und Tiere anschließend engmaschig. Bei nachweisbarem Nitrit, ungeklärten Auffälligkeiten oder instabilen Bedingungen verschieben Sie den Besatz.
Wir empfehlen keine Tiere als Werkzeuge zur Algenbekämpfung. Auch Schnecken und Garnelen benötigen passende, sichere Bedingungen und bekommen keine pauschale Freigabe an Tag 8. Bei bereits vorhandenen Tieren oder akuten Problemen gilt dieser Kalender nicht als ausreichende Handlungsanleitung: Prüfen Sie die Ursache sofort und holen Sie bei Bedarf fachkundige Hilfe.
Tag 90: Bilanz und normale Pflege
Prüfen Sie Wachstum, Wasserwerte, Technik und Ihren tatsächlichen Pflegebedarf. Halten Sie fest, welche Beleuchtung und Dosierung sich bewährt haben. Ein Aquarium ist auch nach 90 Tagen ein lebendes System: Wasserwechsel, Beobachtung und bedarfsgerechte Pflege bleiben wichtig.
Weiterführend: Tropica: Startphase eines Pflanzenaquariums (englischer Inhalt; eigene Empfehlungen können von unserem Plan abweichen), JBL: Wasserwerte und biologische Verarbeitung und Google: Kalenderdateien importieren.