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Hang-on-Filter und Rucksackfilter

Hang-on-Filter oder Rucksackfilter

Ein Hang-on-Filter – auch Rucksack-, Anhänge- oder Huckepackfilter genannt – hängt direkt außen am Beckenrand. Im Aquarium befinden sich im Wesentlichen nur Ansaugrohr beziehungsweise Ansaugkorb und je nach Bauart eine kleine Pumpe. Der Filterbehälter mit den Filtermedien liegt außerhalb des Wassers. Das gereinigte Wasser fließt anschließend über eine breite Auslauflippe wie über eine kleine Kaskade zurück ins Aquarium.

Rucksackfilter am Rand eines Aquariums mit sichtbarem Wasserrücklauf
Rucksackfilter im Betrieb: Der Filter hängt außen am Beckenrand und führt das Wasser über den Auslauf zurück. Foto: Snp / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, unverändert übernommen.

Wie arbeitet ein Rucksackfilter?

Ein kleiner Pumpenrotor zieht Wasser durch das Ansaugrohr in den Filterbehälter. Dort durchströmt es je nach Modell einen Schwamm, Filterwatte oder ein Filtervlies sowie zusätzliche biologische Medien. Gröbere und feinere Partikel werden mechanisch zurückgehalten; zugleich bilden die dauerhaft benetzten und mit Sauerstoff versorgten Oberflächen Siedlungsraum für Mikroorganismen. Über den Überlauf gelangt das Wasser anschließend zurück ins Becken.

Viele Rucksackfilter werden mit passgenauen Wechselkartuschen geliefert. Solche Kartuschen sind bequem, aber nicht automatisch für jedes Aquarium die beste oder einzige Bestückung. Wenn der Filter genügend Platz bietet und der Hersteller es zulässt, können ein wiederverwendbarer Schwamm und ein loses biologisches Medium langfristig sinnvoller sein als häufig komplett ausgetauschte Einwegkartuschen. Aktivkohle wird auch hier nicht routinemäßig als Dauermedium benötigt.

Der Wasserstand beeinflusst den Betrieb: Je tiefer der Wasserspiegel unter dem Auslauf liegt, desto weiter fällt das Wasser. Dadurch nehmen meist Plätschern, Verdunstung und Oberflächenbewegung zu. In einem CO2-versorgten Pflanzenaquarium kann ein unnötig großer Wasserfall den CO2-Verbrauch erhöhen. Der Wasserstand sollte deshalb regelmäßig kontrolliert und der Auslauf möglichst nah an der Wasseroberfläche betrieben werden – ohne den notwendigen Gasaustausch vollständig zu unterdrücken.

Vorteile und Nachteile von Rucksackfiltern

Vorteile

  • Filtermedien sind schnell und bequem von oben erreichbar
  • kaum Platzverlust und wenig sichtbare Technik im Aquarium
  • gute Oberflächenbewegung und guter Gasaustausch
  • Bestückung bei geeigneten Modellen flexibel anpassbar
  • interessant für kleine bis mittelgroße offene Aquarien

Nachteile

  • benötigt freien Platz am Beckenrand und passt nicht zu jeder Abdeckung
  • Wassergeräusch, Verdunstung und Kalkspuren können stärker sein
  • starkes Plätschern kann den CO2-Verbrauch erhöhen
  • Ansaugrohr muss für Garnelen und Jungfische gesichert werden
  • nicht jedes Modell startet nach einem Stromausfall zuverlässig selbstständig neu

Für welche Aquarien eignet sich ein Rucksackfilter?

Rucksackfilter sind besonders praktisch an offenen Nanoaquarien sowie kleinen und mittelgroßen Gesellschafts- oder Pflanzenaquarien, wenn im Becken wenig Technik sichtbar sein soll und der Filter leicht erreichbar bleiben muss. Bei einer geschlossenen Abdeckung fehlt dagegen häufig der notwendige Ausschnitt. Auch der Abstand zur Wand muss ausreichen, damit der Filterbehälter sicher hinter dem Aquarium hängt.

Garnelen und Jungfische schützen

Der Ansaugkorb kann kleine Garnelen und Jungfische erfassen. Ein passend sitzender Vorfilterschwamm oder feinmaschiger Ansaugschutz macht den Einlauf sicherer und hält zugleich gröberen Schmutz aus dem Filterbehälter. Der Schutz muss regelmäßig kontrolliert werden, weil er sich schneller zusetzen und den Durchfluss deutlich verringern kann.

Reinigung, Wasserstand und Neustart

Vorfilter und mechanische Medien werden gereinigt, wenn der Durchfluss merklich nachlässt. Biologisch besiedelte Medien sollten nicht gleichzeitig vollständig ersetzt oder steril gereinigt werden. Nach jeder Wartung muss geprüft werden, ob Ansaugung und Filterbehälter entsprechend der Herstelleranleitung mit Wasser gefüllt beziehungsweise entlüftet werden müssen. Manche Modelle verlieren bei niedrigem Wasserstand oder nach einem Stromausfall ihre Ansaugung. Ein trocken laufender Pumpenrotor kann beschädigt werden; deshalb sollte der selbstständige Wiederanlauf beim konkreten Modell kontrolliert werden.

PEP-Empfehlung: Eine gut zugängliche und platzsparende Alternative für offene Nano- und kleinere Gesellschaftsbecken. Den Ansaugbereich bei kleinen Tieren sichern, den Wasserstand stabil halten und den Rücklauf so einstellen, dass die Oberfläche sanft bewegt wird, ohne unnötig stark zu plätschern. Vor dem dauerhaften Betrieb prüfen, ob der Filter nach einem kurzen Stromausfall zuverlässig selbstständig wieder anläuft.

Weiterlesen: Biologische Grundlagen · Filtermedien und Bestückung · Filter reinigen und pflegen

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