Innenfilter im Aquarium
Innenfilter
Ein Innenfilter sitzt vollständig im Aquarium. Eine kleine Pumpe zieht das Wasser durch einen Schwamm oder durch mehrere Filterkammern und gibt es anschließend direkt wieder in das Becken zurück. Dadurch verbindet er Wasserbewegung, mechanische Schmutzaufnahme und biologische Filterung in einem kompakten Gerät.
Wie arbeitet ein Innenfilter?
Das Aquariumwasser gelangt durch Ansaugschlitze oder direkt durch einen offenliegenden Filterschwamm in den Filter. Größere und kleinere Schmutzteilchen bleiben im Filtermaterial hängen. Gleichzeitig siedeln sich auf dem Schwamm und auf allen weiteren dauerhaft durchströmten Medien Mikroorganismen an.
Der Schwamm ist deshalb nicht nur ein Schmutzfänger. Er übernimmt nach der Einfahrzeit auch einen großen Teil der biologischen Filterung. Ein einfacher Innenfilter mit nur einer Schaumstoffpatrone kann für ein passend besetztes Aquarium vollkommen ausreichend sein.
Zwei typische Bauarten
- Innenfilter mit Schaumstoffpatrone: Das Wasser wird direkt durch einen größeren Schwamm gezogen. Der Aufbau ist einfach, robust und leicht zu verstehen. Der Schwamm filtert mechanisch und bietet zugleich Besiedlungsfläche für Mikroorganismen.
- Modularer Innenfilter: Das Wasser durchströmt mehrere Einsätze, Körbe oder Kammern. Dadurch können grobe, feinere, biologische und bei Bedarf spezielle Filtermedien getrennt eingesetzt werden.
Wie kann ein modularer Innenfilter bestückt werden?
Wenn der Hersteller keine abweichende Reihenfolge vorgibt, ist in der tatsächlichen Fließrichtung ein Aufbau von grob nach fein und anschließend biologisch sinnvoll. Dadurch erreicht grober Schmutz nicht sofort die feineren und biologischen Medien.
| Funktionsstufe | Mögliche Materialien | Beispiele aus dem Handel (ohne Wertung) | Aufgabe und Hinweise |
|---|---|---|---|
| Grobe Vorfilter- und Strömungsstufe | grober Filterschwamm, grobe Filtermatte, Keramik-Hohlringe oder grobe strukturierte Kunststoffringe | JBL Cermec; EHEIM MECH; passender Fluval-U-Schaumstoffeinsatz | Fängt größere Schmutzteilchen ab beziehungsweise verteilt den Wasserstrom und schützt die nachfolgenden Medien vor schnellem Zusetzen. Vorgeformte Einsätze passen nur in die jeweils genannten Filtermodelle. |
| Feinere mechanische Stufe | feinerer Schwamm, Filterwatte oder Filtervlies | EHEIM SYNTH; JBL Symec Filterwatte; sera Filterwatte | Hält kleinere Schwebstoffe zurück. Sehr feines Vlies setzt sich schneller zu und muss entsprechend kontrolliert beziehungsweise gewechselt werden. |
| Biologische Stufe | grober Schwamm, poröse Keramik beziehungsweise Sinterglas oder biologisches Kunststoffmedium | sera siporax mini Professional; JBL Micromec; Fluval Bio-Max für Innenfilter U | Bietet zusätzliche besiedelbare Oberfläche. Gute Durchströmung und Sauerstoffversorgung sind wichtiger als möglichst hohe theoretische Herstellerangaben zur Oberfläche. Fluval Bio-Max für Innenfilter U ist für U2, U3 und U4 vorgesehen. |
| Optionale Spezialstufe | beispielsweise Aktivkohle oder ein gezielter Adsorber | EHEIM KARBON; sera super carbon; OASE Carbon | Nur für einen konkreten Zweck und zeitlich begrenzt einsetzen – etwa nach einer Medikamentenbehandlung, wenn die Anleitung dies vorsieht. Nicht als notwendige Dauerbestückung. |
Hinweis zu den Produktnamen: Die genannten Produkte sind herstellerübergreifende Beispiele, keine Rangfolge oder Kaufempfehlung. Sie eignen sich nur für modulare Innenfilter mit passendem Medienfach beziehungsweise für das ausdrücklich genannte Filtermodell. Ein einfacher Innenfilter mit einer einzigen Schaumstoffpatrone benötigt diese zusätzlichen Medien nicht.
Einfache hohle Keramikringe und grobe offene Kunststoffringe werden in vielen Filtern bewusst als erste Stufe eingesetzt. Dort verteilen sie den Wasserstrom, halten gröberen Schmutz zurück und setzen sich aufgrund ihrer offenen Form häufig weniger schnell zu. Gleichzeitig tragen auch sie Biofilm. Stark poröse Keramik- oder Sinterglasmedien werden dagegen meist in einer späteren biologischen Stufe als zusätzliche Besiedlungsfläche eingesetzt. Auch ein grober Schwamm kann mechanische und biologische Aufgaben gleichzeitig übernehmen.
Vorteile und Nachteile von Innenfiltern
Vorteile
- vergleichsweise günstig und unkompliziert
- keine Schläuche oder wasserführenden Verbindungen außerhalb des Beckens
- Auslass und Strömungsrichtung meist leicht einstellbar
- für viele kleine und mittlere Aquarien vollkommen ausreichend
- Wartung ohne Öffnen eines externen Filterbehälters
Nachteile
- nimmt sichtbaren Platz im Aquarium ein
- häufig weniger Medienvolumen als ein Außenfilter
- bei der Entnahme kann aufgefangener Schmutz zurück ins Becken gelangen
- kleine oder sehr feine Medien können schneller zusetzen
- offene Ansaugungen können Garnelen oder Jungfische gefährden
Für welche Aquarien eignet sich ein Innenfilter?
Innenfilter eignen sich besonders für kleine bis mittelgroße Aquarien mit einem zum Becken passenden Besatz. Auch in Quarantäne-, Aufzucht- oder Übergangsbecken können einfach zu reinigende Modelle praktisch sein. Entscheidend ist weniger die reine Literzahl auf der Verpackung als die tatsächliche Belastung durch Tiere, Fütterung und organisches Material.
Der Auslass sollte so eingestellt werden, dass das Wasser im Aquarium sinnvoll umgewälzt und die Oberfläche leicht bewegt wird. Gleichzeitig darf die Strömung nicht so stark sein, dass ruhige Fischarten oder Garnelen dauerhaft dagegen ankämpfen müssen.
Garnelen und Jungfische schützen
Breite Ansaugschlitze oder eine starke punktuelle Ansaugung können kleine Garnelen und Jungfische gefährden. Ein passend sitzender Vorfilterschwamm oder ein feinporiger Ansaugschutz macht viele Innenfilter deutlich sicherer. Dieser Schutz verringert mit zunehmender Verschmutzung jedoch den Durchfluss und muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Innenfilter richtig reinigen
Ein Innenfilter muss nicht nach einem festen Wochenplan vollständig gereinigt werden. Ein deutlich sinkender Durchfluss ist ein guter Hinweis. Schwämme werden nur so weit ausgespült, dass das Wasser wieder ausreichend fließen kann. Bei mehreren Medien sollten nicht alle biologisch besiedelten Stufen gleichzeitig vollständig erneuert oder steril gereinigt werden.
PEP-Empfehlung: Für viele kleine bis mittelgroße Aquarien ist ein gut dimensionierter Innenfilter eine sichere und vollkommen ausreichende Lösung. Ein einfacher Schaumstofffilter ist biologisch keineswegs wertlos. Zusätzliche Medien sind dann sinnvoll, wenn sie eine konkrete Aufgabe erfüllen und der Wasserweg des Filters dafür geeignet ist.
Weiterführend: Landesbildungsserver Baden-Württemberg – Stickstoffverbindungen und Nitrifikation im Aquarium sowie Texas A&M – Grundlagen biologischer und mechanischer Filterung (englischer Inhalt).
Weiterlesen: Biologische Grundlagen · Filtermedien und Bestückung · Filter reinigen und pflegen