Luftheber und Schwammfilter
Luftheber und Schwammfilter
Ein luftbetriebener Schwammfilter verbindet einen Filterschwamm mit einem Luftheber. Eine Luftpumpe außerhalb des Aquariums liefert Luft, die im Steigrohr nach oben strömt und dabei Wasser fördert. Aquariumwasser fließt durch den Schwamm nach. So entstehen mechanische Filterung, biologische Besiedlungsfläche und Wasserbewegung mit einer vergleichsweise sanften, großflächigen Ansaugung.
Was ist der Unterschied zwischen Luftheber und Schwammfilter?
Der Luftheber ist der Antrieb, der Wasser bewegt. Allein hält er keinen Schmutz zurück und ersetzt kein Filtermedium. Er kann beispielsweise einen Schwammfilter oder einen Hamburger Mattenfilter antreiben. Der Schwamm ist das Filtermedium: Er fängt Partikel auf und bietet Mikroorganismen eine besiedelbare Oberfläche. Auch motorbetriebene Filter können einen Schwamm verwenden; nicht jeder Schwammfilter ist automatisch luftbetrieben.
Die Luft wird im unteren Bereich des Steigrohrs eingeleitet. Im Rohr entsteht ein leichteres Luft-Wasser-Gemisch, das nach oben steigt; Wasser strömt unten nach. Je nach Konstruktion erfolgt die Luftzufuhr über einen Ausströmerstein oder über feine Öffnungen. Der Auslass liegt nach Modellvorgabe meist nahe an der Wasseroberfläche. Ein Luftheber ist dafür gedacht, Wasser im Aquarium umzuwälzen, und eignet sich nicht wie eine Druckpumpe für beliebig hohe Förderhöhen.
Warum sind diese Filter für Garnelen und Jungfische interessant?
Der Ansaugstrom verteilt sich über die Schwammoberfläche. Es gibt keinen frei zugänglichen Pumpenrotor im Filterkörper, und die Tiere werden nicht an einem kleinen Ansaugkorb konzentriert angesaugt. Garnelen können den Biofilm auf dem Schwamm abweiden. Das macht passend ausgeführte Schwammfilter besonders praktisch für Nano-Garnelenbecken, Zucht- und Aufzuchtaquarien.
Auf die Porengröße und den Zusammenbau kommt es trotzdem an. Die kleinsten Jungtiere dürfen nicht durch große Poren, Spalten oder offene Anschlüsse in das Steigrohr gelangen. Ein feinerer Schwamm kann kleine Partikel besser zurückhalten, setzt sich aber schneller zu. Die Strömung am Auslass sollte so eingestellt sein, dass kleine Tiere nicht ständig dagegen ankämpfen müssen.
Welche Bauformen gibt es?
- Standfilter mit einem Schwamm: Ein beschwerter Fuß hält den Filter am Boden. Der zentrale Luftheber zieht Wasser durch den umgebenden Schwamm.
- Einfach- oder Doppelschwammfilter an der Scheibe: Sauger befestigen das Gerät; ein oder zwei Schwämme sitzen seitlich am Ansaugrohr. Bei zwei Schwämmen können die Medien bei Bedarf zeitversetzt gepflegt werden.
- Luftheber hinter einer Filtermatte: Beim HMF übernimmt die große Matte die Filterung. Der Luftheber führt Wasser aus der dahinterliegenden Kammer zurück ins Becken.
Ein einfacher Schwamm übernimmt mechanische und biologische Aufgaben zugleich. Zusätzliche Keramikmedien oder mehrere Filteretagen sind nicht grundsätzlich erforderlich. Modelle mit zusätzlichen Medienkammern können sinnvoll sein, wenn die Medien gezielt durchströmt werden und eine konkrete Aufgabe erfüllen.
Luftpumpe auswählen und richtig einstellen
Schwammgröße, Porenstruktur, Steigrohr, Eintauchtiefe und Luftzufuhr beeinflussen, wie viel Wasser tatsächlich gefördert wird. Die Luftpumpe muss zum Filtermodell und zur Wassertiefe passen. Ein größerer oder stärker besetzter Behälter benötigt entsprechend mehr Filterfläche und eine geeignete Wasserbewegung; ein kleiner Nano-Schwamm ist keine universelle Lösung für jedes Aquarium.
Die Luftmenge lässt sich je nach Gerät an der Pumpe oder über ein geeignetes Regelventil einstellen. Beginnen Sie mit einer gleichmäßigen Förderung und kontrollieren Sie die Wasserbewegung. Sehr viel Luft kann vor allem Geräusch und Spritzer verstärken; sie bringt nicht bei jeder Konstruktion entsprechend mehr Wasserleistung. Nicht benutzte Ausgänge nur so verschließen oder verbinden, wie es die Pumpenanleitung vorsieht.
Sicher aufstellen und in Betrieb nehmen
- Luftpumpe trocken und standsicher aufstellen. Sie gehört außerhalb des Aquariums an einen belüfteten Platz, an dem sie nicht ins Wasser fallen oder durch Vibrationen wandern kann. Die vorgeschriebene Position zum Wasserspiegel aus der Herstelleranleitung einhalten; viele Hersteller verlangen die Aufstellung oberhalb des Wasserspiegels.
- Rücklauf von Wasser verhindern. Ein geeignetes Rückschlagventil im Luftschlauch in der richtigen Fließrichtung einsetzen und regelmäßig kontrollieren. Es bietet zusätzliche Absicherung, ersetzt aber keine vom Hersteller vorgeschriebene Aufstellung. Elektrische Leitungen mit Tropfschlaufe verlegen.
- Schwamm und Rohr korrekt einsetzen. Den Schwamm im Aquarium vollständig benetzen und eingeschlossene Luft vorsichtig ausdrücken. Anschlüsse und Sauger kontrollieren; der Wasserweg muss durch den Schwamm führen.
- Auslass und Luftzufuhr einstellen. Wasser soll gleichmäßig gefördert werden und die Oberfläche sinnvoll bewegen. Danach prüfen, ob Filter und Schlauch sicher sitzen und Tiere genügend ruhige Bereiche finden.
Die Pumpe darf zur Geräuschdämmung nicht so eingewickelt oder eingeschlossen werden, dass ihre Belüftung behindert wird. Vibrationen lassen sich häufig durch einen geeigneten Standort reduzieren. Bei ungewöhnlichem Geräusch oder nachlassender Luftleistung Schlauch, Ventil und Pumpe nach Anleitung prüfen.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- großflächige, sanfte Ansaugung bei passender Ausführung
- gut für Garnelen, Zucht und Jungfischaufzucht
- Schwamm verbindet mechanische und biologische Filterung
- einfacher Aufbau und leicht zugängliches Filtermedium
- unterstützt Oberflächenbewegung und Gasaustausch
- mehrere Filter können mit einer passend ausgelegten Luftversorgung betrieben werden
Nachteile
- Luftpumpe, Vibrationen und Blasen können hörbar sein
- sichtbare Schwämme und Rohre benötigen Platz im Becken
- je nach Schwamm weniger wirksame Feinfilterung
- begrenzte Förderhöhe und weniger gezielt lenkbarer Wasserstrom
- starke Belüftung kann bei CO2-Düngung den Verbrauch erhöhen
- Luftschlauch, Rückschlagventil und gegebenenfalls Ausströmer müssen kontrolliert werden
Schwammfilter reinigen und biologische Leistung erhalten
Eine Reinigung ist sinnvoll, wenn die Wasserförderung nachlässt oder sich der Schwamm deutlich zusetzt. Zuerst prüfen, ob Luftschlauch, Rückschlagventil, Luftöffnungen oder Ausströmer verstopft sind. Ein zugesetzter Ausströmer kann die Leistung senken, obwohl der Schwamm noch ausreichend durchlässig ist.
Den Antrieb für die Wartung abschalten. Den Schwamm möglichst so entnehmen, dass aufgefangener Mulm nicht unnötig ins Becken gelangt, und in abgelassenem Aquariumwasser nur so weit ausdrücken beziehungsweise spülen, dass er wieder durchlässig ist. Im normalen Betrieb nicht auskochen oder steril reinigen. Bei einem Doppelschwammfilter müssen nicht beide Schwämme gleichzeitig vollständig ersetzt werden. Steigrohr und Luftzufuhr nach Herstelleranleitung reinigen, anschließend zusammenbauen und den Wasserstrom prüfen.
Ein neuer Schwamm muss biologisch einfahren. Für ein kurzfristig benötigtes Aufzucht- oder Quarantänebecken kann ein vorher in einem gesunden Aquarium betriebener Schwammfilter praktisch sein. Filtermaterial aus einem Krankheitsbecken darf anschließend nicht ungeprüft in andere Aquarien zurückwandern. Bei Medikamenten beachten, dass einzelne Präparate die Filterbiologie beeinflussen können; Wasserwerte und Tiere müssen kontrolliert werden.
PEP-Empfehlung: Für kleine Garnelenbecken und Jungfischaufzucht ist ein passend dimensionierter luftbetriebener Schwammfilter eine sehr praktische Wahl. Auf sichere Porengröße, gleichmäßige Wasserförderung und korrekte Pumpenaufstellung achten. In CO2-versorgten Pflanzenaquarien Geräusch und Gasaustausch bewusst berücksichtigen; für größere oder stärker belastete Becken Filterfläche und Wasserbewegung gesondert planen.
Weiterführend: sera – Beispiel eines luftbetriebenen Schwammfilters und EHEIM – Aufstellung und Betrieb einer Luftpumpe (PDF, deutschsprachiger Abschnitt enthalten). Herstellerbeispiele dienen der Erklärung, nicht als Rangliste.
Weiterlesen: Biologische Grundlagen · Filtermedien und Bestückung · Filter reinigen und pflegen