PEP-Dünger
Favoriten

Rotalgen im Aquarium

Rotalgen im Aquarium

Algengruppe: Rotalgen (Rhodophyta)

Zu den im Süßwasseraquarium bekanntesten Erscheinungsformen der Rotalgen gehören vor allem Pinselalgen und Bartalgen.

Der Name „Rotalge“ führt dabei leicht in die Irre. Viele Rotalgen sehen im Aquarium keineswegs leuchtend rot aus. Sie können dunkelgrün, graugrün, grau, braun, dunkelviolett oder nahezu schwarz erscheinen.

Die aquaristischen Bezeichnungen Pinselalge und Bartalge beschreiben in erster Linie das typische Erscheinungsbild. Eine genaue botanische Artbestimmung ist anhand eines normalen Aquarienfotos in der Regel nicht möglich.

Warum sehen Rotalgen oft gar nicht rot aus?

Rotalgen besitzen neben Chlorophyll weitere Pigmente. Dadurch kann ihre rötliche Pigmentierung im lebenden Zustand von anderen Farbstoffen optisch überlagert werden.

Aus diesem Grund können Pinsel- und Bartalgen unter Wasser dunkelgrün, graugrün, grau oder fast schwarz aussehen, obwohl sie biologisch zu den Rotalgen gehören.

Ein einfacher Rotalgen-Test mit Alkohol

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um eine Rotalge handelt, kann eine kleine Probe aus dem Aquarium entnehmen und in ein kleines Gefäß mit Alkohol legen.

Bei Pinsel- und Bartalgen tritt dabei häufig eine deutlich rötliche bis rotviolette Färbung hervor.

Praxistipp: Rotalgen-Test

Für diesen einfachen Test eignet sich beispielsweise Ethanol beziehungsweise ein klarer hochprozentiger Alkohol.

Eine deutliche Rotfärbung ist ein sehr hilfreicher Hinweis darauf, dass eine Rotalge vorliegt. Gerade bei jungen Bartalgen, die noch vergleichsweise grün wirken können, ist dieser Test hilfreich bei der Abgrenzung zu echten Grünalgen. Eine genaue Artbestimmung ersetzt der Test allerdings nicht.

Weiterführend: Aquasabi – Bartalgen und Rotalgen im Aquarium.

Gezielte lokale Behandlung von Rotalgen

Pinsel- und Bartalgen haften häufig sehr fest auf ihrem Untergrund und lassen sich deshalb nicht immer vollständig mechanisch entfernen.

Bei starkem und sehr störendem Befall kann eine gezielte lokale Behandlung vorhandener Rotalgen sinnvoll sein. Bekannt ist insbesondere die sogenannte EasyCarbo-Einnebelmethode.

Dabei werden stark befallene Stellen lokal behandelt, anstatt das gesamte Aquarium dauerhaft pauschal mit einem Algizid zu behandeln.

Erfolgreich behandelte Pinsel- und Bartalgen verändern häufig ihre Farbe und werden rötlich, rosa, grau oder weißlich. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Algen geschädigt wurden beziehungsweise absterben.

EasyCarbo-Einnebelmethode – wichtiger Hinweis

Bei Flowgrow wird eine bekannte Einnebelmethode beschrieben. Im Zusammenhang mit einer zeitlich begrenzten EasyCarbo-Kur wird dort auch eine vierfache Tagesdosierung genannt.

Eine solche Mehrfachdosierung liegt außerhalb der üblichen Herstellerdosierung und wird von PEP deshalb nicht als Standardbehandlung empfohlen.

Wer diese Methode bei einem starken und sehr störenden Rotalgenbefall ausprobieren möchte, sollte die vollständige Originalanleitung einschließlich der Hinweise zu Besatz, Sauerstoffversorgung und empfindlichen Pflanzen lesen.

Eine solche Anwendung erfolgt auf eigenes Risiko.

→ Flowgrow: EasyCarbo-Einnebelmethode

Wasserstoffperoxid als Alternative

Auch 3%iges Wasserstoffperoxid (H2O2) wird in der Aquaristik zur gezielten lokalen Algenbehandlung eingesetzt. Eine direkte Behandlung kann auch Rotalgen schädigen.

Wasserstoffperoxid ist allerdings ein starkes Oxidationsmittel. Eine zu hohe Konzentration oder der direkte Kontakt mit empfindlichen Pflanzen und Tieren kann Schäden verursachen.

Deshalb sollte eine solche Anwendung nur nach einer bewährten Dosierungsanleitung erfolgen. Insbesondere Moose und andere empfindliche Pflanzen können auf lokale chemische Behandlungen reagieren.

Weiterführend: Aquasabi – Die lokale Bekämpfung von Algen.

Wichtig

EasyCarbo, Wasserstoffperoxid oder andere lokale Behandlungen können vorhandene Algen beseitigen. Sie ändern jedoch nicht automatisch die Bedingungen, unter denen die Algen entstanden sind. Deshalb sollten CO2, Nährstoffversorgung, Strömung und die übrigen Bedingungen trotzdem überprüft werden.

Rotalgen in diesem Ratgeber

  • Pinselalgen – kurze, kompakte, pinselartige Büschel
  • Bartalgen – längere, haarartige und meist grau wirkende Fäden

Pinselalgen

Aquaristische Zuordnung: häufig Audouinella-artige Rotalgen; unter dem Begriff werden verschiedene ähnlich wachsende Formen zusammengefasst.

Dunkle Pinselalgen in einem Süßwasseraquarium
Foto: Emboli / Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Technisch für die Webnutzung optimiert; Bildinhalt unverändert.
Pinselalgen der Gattung Audouinella als dunkle Büschel auf einem Pflanzenblatt
Foto: Ron Avery et al. / Atlas of Living Australia / Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Technisch für die Webnutzung optimiert; Bildinhalt unverändert.

So erkennen Sie Pinselalgen

Pinselalgen bilden kurze, dichte und stark haftende Büschel. Die einzelnen Kolonien erinnern tatsächlich an kleine Pinsel oder Borstenbüschel.

Typische Farben reichen von dunkelgrün über grau und dunkelviolett bis fast schwarz.

Pinselalgen haften ausgesprochen fest auf dem Untergrund. Im Gegensatz zu vielen weichen Grünalgen lassen sie sich deshalb meist nicht einfach mit den Fingern abstreifen.

Die einzelnen Büschel bleiben normalerweise relativ kurz und kompakt. Dieses Erscheinungsbild hilft bei der Abgrenzung zu Bartalgen, deren Fäden meist deutlich länger und lockerer wachsen.

Typische Wuchsorte von Pinselalgen

Pinselalgen findet man besonders häufig auf festen und langsam veränderlichen Oberflächen.

Typische Stellen sind:

  • Blattränder langsam wachsender Pflanzen wie Anubias,
  • ältere und harte Pflanzenblätter,
  • Steine und Wurzeln,
  • Filterausläufe und Ansaugrohre,
  • Pumpengehäuse und andere technische Bauteile,
  • Dekorationsgegenstände,
  • teilweise auch einzelne Körner des Bodengrundes.

Auffällig ist häufig, dass Pinselalgen besonders stark an Stellen auftreten, die direkt oder sehr kräftig angeströmt werden.

Womit können Pinselalgen verwechselt werden?

Am ehesten können Pinselalgen mit anderen Rotalgen, insbesondere Bartalgen, verwechselt werden.

Pinselalgen bilden meist kurze, kompakte und dicht stehende Büschel.

Bartalgen bilden dagegen typischerweise längere, haarartige und lockerer wirkende Fäden.

Auch kurze Grünalgen können auf Fotos ähnlich wirken. Die feste Haftung, die dunkle Färbung und gegebenenfalls der weiter oben beschriebene Alkoholtest helfen bei der Unterscheidung.

Welche Bedingungen können Pinselalgen begünstigen?

Für Pinselalgen gibt es keinen einzelnen Wasserwert, der zuverlässig als alleinige Ursache bezeichnet werden kann.

Deshalb halten wir wenig davon, bei einem Pinselalgenproblem wahllos Nitrat, Phosphat oder andere Werte stark zu verändern.

CO₂-Versorgung

In bepflanzten Aquarien gehört eine unzureichende oder schwankende CO2-Versorgung zu den Faktoren, die in der Aquaristik besonders häufig gemeinsam mit Pinselalgenproblemen beobachtet werden.

Unsere praktische Erfahrung ist deshalb: Bei Pinselalgen sollte die CO2-Versorgung als eine der ersten Stellschrauben überprüft werden.

Bei einem Aquarium mit CO2-Anlage kann es sinnvoll sein, eine stabile Versorgung im Bereich von etwa 20–30 mg/l anzustreben.

Bei hartnäckigem Pinselalgenbefall orientieren wir uns – sofern Fische und andere Tiere keinerlei Stress zeigen – häufig eher in Richtung 25–30 mg/l.

Wichtig ist dabei nicht nur der Spitzenwert, sondern eine möglichst konstante und gleichmäßige CO2-Versorgung des gesamten bepflanzten Bereichs.

→ CO₂-Gehalt mit dem PEP CO₂-Rechner überprüfen

Strömung

Dass Pinselalgen häufig an stark angeströmten Stellen auftreten, ist nicht nur eine Beobachtung aus der Aquaristik.

Bei Untersuchungen der Süßwasser-Rotalge Audouinella pygmaea wurde festgestellt, dass höhere Strömungsgeschwindigkeiten in Verbindung mit turbulenter Strömung die Entwicklung der epiphytisch wachsenden Alge begünstigen können.

Das bedeutet nicht, dass ein Aquarium möglichst wenig Strömung haben sollte. Eine gute Wasserbewegung ist für die Verteilung von CO2, Sauerstoff und Nährstoffen wichtig.

Bei lokal starkem Pinselalgenbefall kann es jedoch sinnvoll sein zu prüfen, ob ein Filterauslass oder eine Strömungspumpe permanent direkt auf die betroffene Oberfläche gerichtet ist.

In solchen Fällen kann bereits eine Änderung der Strömungsrichtung oder eine gleichmäßigere Verteilung hilfreich sein.

Weiterführend: Kučera & Komárek – Untersuchung zu Audouinella pygmaea und Strömung.

Eisen und Mikronährstoffe

Erhöhte Eisen- beziehungsweise Mikronährstoffwerte werden in der Aquaristik immer wieder mit Pinselalgen in Verbindung gebracht.

Ein eindeutiger direkter Ursache-Wirkungs-Nachweis lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Wir empfehlen deshalb, den Fe-Wert beziehungsweise die Mikronährstoffdüngung zu kontrollieren, aber nicht blind auf null zu setzen.

Ist die Mikronährstoffversorgung deutlich höher als nötig, kann eine Anpassung sinnvoll sein. Ein künstlich erzeugter Eisenmangel ist dagegen keine vernünftige Strategie, da auch die Aquarienpflanzen Eisen und weitere Spurenelemente benötigen.

Was hilft konkret gegen Pinselalgen?

Wir würden bei einem Pinselalgenproblem in dieser Reihenfolge vorgehen:

  1. CO₂-Versorgung überprüfen und stabilisieren.
  2. Stark angeströmte Befallsstellen überprüfen und gegebenenfalls die Strömungsrichtung verändern.
  3. Eisen- und Mikronährstoffdüngung kontrollieren und eine unnötige Überversorgung vermeiden.
  4. Stark befallene alte Blätter entfernen.
  5. Hardscape und technische Gegenstände mechanisch reinigen, soweit dies problemlos möglich ist.
  6. Bei sehr starkem oder störendem Restbefall kann zusätzlich die weiter oben beschriebene gezielte lokale Behandlung sinnvoll sein.

Bereits vorhandene Pinselalgen verschwinden nicht immer sofort

Selbst wenn CO2-Versorgung, Strömung und Nährstoffversorgung optimiert wurden, können die bereits vorhandenen dunklen Büschel noch längere Zeit sichtbar bleiben.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die vorgenommenen Änderungen wirkungslos sind. Entscheidend ist zunächst, ob neuer Befall ausbleibt und vorhandene Kolonien nicht weiter wachsen.

Stark befallene Anubias-Blätter oder andere alte Pflanzenteile können entfernt werden. Von Steinen, Wurzeln und Technik lassen sich Pinselalgen je nach Oberfläche mechanisch abbürsten oder anderweitig entfernen.

Was wir bei Pinselalgen nicht empfehlen

  • Nitrat oder Phosphat wahllos auf extrem niedrige Werte zu drücken.
  • Eisen vollständig abzusetzen, ohne dass tatsächlich eine Überversorgung vorliegt.
  • Die gesamte Strömung stark zu reduzieren. Gute Wasserbewegung bleibt für ein Pflanzenaquarium wichtig; entscheidend sind häufig lokal sehr stark angeströmte Stellen.
  • Die Beleuchtungsdauer reflexartig zu reduzieren, obwohl Beleuchtung, CO2 und Pflanzenanspruch grundsätzlich sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.
  • Bei jedem kleinen Befall sofort das gesamte Aquarium mit einem Algizid zu behandeln.
  • Nur die sichtbaren Algen zu bekämpfen, ohne CO2, Nährstoffversorgung, Licht und Strömung zu überprüfen.

PEP-Kurzfassung bei Pinselalgen

1. CO2 überprüfen und möglichst stabil halten.
2. Bei CO2-versorgten Pflanzenaquarien gegebenenfalls vorsichtig Richtung 25–30 mg/l optimieren.
3. Prüfen, ob befallene Blattränder, Hardscape oder Technik besonders stark angeströmt werden.
4. Fe- und Mikronährstoffversorgung überprüfen, aber keinen künstlichen Mangel erzeugen.
5. Stark befallene Pflanzenteile und leicht zu reinigende Oberflächen mechanisch säubern.
6. Nur bei starkem oder sehr störendem Restbefall über eine gezielte lokale Behandlung nachdenken.

Nicht hektisch sämtliche Wasserwerte verändern oder die Beleuchtung pauschal reduzieren. Zuerst CO₂, Strömung und eine insgesamt stabile Pflanzenversorgung in Ordnung bringen.


Bartalgen

Aquaristische Zuordnung: Bartalgen werden im Aquarium meist Compsopogon sp. zugeordnet und gehören wie Pinselalgen zur Gruppe der Rotalgen (Rhodophyta).

Typische Bartalgen auf Fotos

Die für Aquarianer typische Bartalgen-Wuchsform lässt sich auf diesen beiden Vergleichsfotos sehr gut erkennen. Die Links öffnen die jeweilige Aufnahme beziehungsweise Bildseite in einem neuen Tab:

So erkennen Sie Bartalgen

Bartalgen bilden typischerweise lange, haarartige Fäden, die an Barthaare erinnern. Je nach Alter und Bedingungen können die Fäden mehrere Zentimeter lang werden und sich in der Strömung deutlich bewegen.

Ausgewachsene Bartalgen erscheinen häufig grau, graugrün, dunkelgrau bis nahezu schwarz. Gerade dieser graue, haarartige Wuchs ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen klassischen Fadenalgen.

Bartalgen sitzen fest auf ihrem Untergrund und lassen sich häufig deutlich schwerer entfernen als typische weiche Fadenalgen.

Junge Bartalgen können auch grün aussehen

Die einfache Unterscheidung „grau = Bartalge, grün = Fadenalge“ ist als erste Orientierung durchaus hilfreich, aber nicht absolut zuverlässig.

Junge Bartalgen können zunächst noch deutlich grüner beziehungsweise graugrün wirken. Erst mit zunehmendem Wachstum entwickelt sich häufig die typische graue bis dunkle Färbung.

Gerade bei jungen oder ungewöhnlich gefärbten Exemplaren kann deshalb der weiter oben beschriebene Alkoholtest hilfreich sein. Verfärbt sich die Probe deutlich rötlich, spricht dies für eine Rotalge.

Typische Wuchsorte von Bartalgen

Bartalgen können an vielen festen Oberflächen im Aquarium auftreten. Besonders häufig findet man sie:

  • an Blatträndern und älteren Pflanzenblättern,
  • auf langsam wachsenden Pflanzen,
  • auf Steinen und Wurzeln,
  • auf Filter- und Pumpenteilen,
  • auf Dekorationsgegenständen,
  • an anderen dauerhaft im Aquarium befindlichen festen Oberflächen.

Durch ihre langen Fäden fallen sie besonders auf, wenn sie sich in der Wasserströmung bewegen.

Bartalgen oder Fadenalgen?

Bartalgen werden ausgesprochen häufig mit Fadenalgen verwechselt.

Bartalgen gehören zu den Rotalgen. Sie sind typischerweise grau bis graugrün, sitzen vergleichsweise fest und bilden lange, haarartige Fäden.

Fadenalgen gehören dagegen zu den Grünalgen. Die klassischen Formen erscheinen deutlich grün und wirken meist weicher und kräftiger grün gefärbt.

Die Farbe allein reicht allerdings nicht immer für eine sichere Bestimmung aus. Besonders junge Bartalgen können noch relativ grün erscheinen.

Bei Unsicherheit

Ein Stück der vermeintlichen Alge entnehmen und den weiter oben beschriebenen Alkoholtest durchführen. Eine deutliche Rotfärbung spricht für eine Rotalge und damit beispielsweise für eine Bartalge. Eine echte Fadenalge als Grünalge zeigt diese typische Rotalgen-Reaktion nicht.

Welche Bedingungen können Bartalgen begünstigen?

Auch bei Bartalgen gibt es keine einzelne Zahl, oberhalb oder unterhalb derer automatisch Bartalgen entstehen.

Nach unserer Erfahrung ist jedoch besonders die Eisen- beziehungsweise Mikronährstoffversorgung einen genauen Blick wert.

Eisen und Mikronährstoffe – bei Bartalgen besonders wichtig

In der Praxis sehen wir Bartalgen sehr häufig in Aquarien, in denen der Fe-Wert beziehungsweise die Mikronährstoffversorgung vergleichsweise hoch ist.

Besonders wenn wiederholt Eisenwerte von mehr als etwa 0,1 mg/l Fe gemessen werden und gleichzeitig Bartalgen auftreten, empfehlen wir, die Eisen- beziehungsweise Mikronährstoffdüngung zu überprüfen.

Ein Bereich von etwa 0,05–0,1 mg/l Fe ist für viele bepflanzte Aquarien vollkommen ausreichend.

0,1 mg/l ist jedoch keine feste „Bartalgen-Grenze“. Es gibt durchaus Aquarien, die wesentlich höhere Fe-Werte fahren, ohne Bartalgenprobleme zu entwickeln.

Umgekehrt zeigt unsere praktische Erfahrung, dass Bartalgen bei gleichzeitig erhöhten Fe-Werten häufig deutlich zurückgehen, wenn eine unnötig hohe Mikronährstoffversorgung reduziert wird.

Beim Eisendünger nicht einem Messwert hinterherdüngen

Grundsätzlich empfehlen wir, einen guten Eisen- beziehungsweise Mikronährstoffdünger zunächst nach Herstellervorgabe zu verwenden.

Ein dauerhaft messbarer Fe-Wert ist nicht bei jedem Dünger notwendig. Je nach Chelatierung, Verbrauch und verwendetem Wassertest kann Eisen später nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nachweisbar sein, obwohl die Pflanzen ausreichend versorgt sind.

Zeigen die Pflanzen keine typischen Mangelerscheinungen, sollte deshalb nicht allein wegen eines später gemessenen Fe-Wertes von 0 mg/l immer wieder zusätzlich Eisen nachdosiert werden.

Weiterführend: Aquasabi – Bartalgen.

CO₂ und übrige Nährstoffversorgung

Auch bei Bartalgen sollte die Eisenversorgung nicht isoliert betrachtet werden. Für ein gesundes Pflanzenwachstum müssen CO2 und die übrigen Nährstoffe ebenfalls ausreichend und möglichst stabil zur Verfügung stehen.

Bei einem CO2-versorgten Pflanzenaquarium ist ein stabiler Bereich von ungefähr 20–30 mg/l CO2 eine sinnvolle Orientierung.

→ CO₂-Gehalt mit dem PEP CO₂-Rechner überprüfen

Auch Nitrat, Phosphat, Kalium, Magnesium und die übrigen benötigten Pflanzennährstoffe sollten ausreichend vorhanden sein. Es ist nicht sinnvoll, Pflanzen durch absichtlich erzeugte Nährstoffmängel zu schwächen, um Bartalgen auszuhungern.

Was hilft konkret gegen Bartalgen?

Wir würden bei einem Bartalgenproblem in dieser Reihenfolge vorgehen:

  1. Eisen- und Mikronährstoffdüngung überprüfen. Wird deutlich mehr als nach Herstellervorgabe gedüngt oder liegt der Fe-Wert wiederholt über etwa 0,1 mg/l, kann eine schrittweise Reduzierung sinnvoll sein.
  2. Nicht versuchen, permanent einen messbaren Fe-Wert zu erzwingen. Ein später nicht mehr nachweisbarer Fe-Wert bedeutet nicht automatisch Eisenmangel.
  3. CO₂-Versorgung überprüfen und stabilisieren. Bei CO₂-versorgten Pflanzenaquarien etwa 20–30 mg/l anstreben, sofern der Tierbesatz dies problemlos verträgt.
  4. Auch die übrigen Pflanzennährstoffe ausreichend bereitstellen und deutliche Mangelzustände vermeiden.
  5. Stark befallene alte Blätter entfernen und gut zugängliche Oberflächen mechanisch reinigen.
  6. Bei sehr starkem oder störendem Restbefall kann zusätzlich die weiter oben beschriebene lokale Behandlung von Rotalgen sinnvoll sein.

Was wir bei Bartalgen nicht empfehlen

  • Die Beleuchtungsdauer pauschal zu reduzieren, anstatt die Pflanzenversorgung an die vorhandene Lichtmenge anzupassen.
  • Nitrat oder Phosphat bewusst auf Mangelwerte zu drücken, um die Algen auszuhungern.
  • Eisen komplett abzusetzen, obwohl die Pflanzen weiterhin Mikronährstoffe benötigen.
  • Einem Fe-Testwert zwanghaft hinterherzudüngen, nur damit jederzeit Eisen nachweisbar bleibt.
  • Bei jedem kleinen Befall pauschal das ganze Aquarium mit einem Algizid zu behandeln.
  • Nur die sichtbaren Bartalgen zu entfernen, ohne die Nährstoff- und CO2-Versorgung zu überprüfen.

PEP-Kurzfassung bei Bartalgen

1. Fe- und Mikronährstoffdüngung kontrollieren.
2. Liegt Fe bei vorhandenem Bartalgenbefall wiederholt deutlich über etwa 0,1 mg/l, die Mikrodüngung vorsichtig reduzieren.
3. Nicht versuchen, permanent einen messbaren Fe-Wert zu erzwingen.
4. CO2 stabil im pflanzengerechten Bereich halten.
5. Die übrigen Nährstoffe ausreichend und ausgewogen bereitstellen.
6. Stark befallene Pflanzenteile und Oberflächen möglichst mechanisch reinigen.
7. Nur bei starkem oder sehr störendem Restbefall über eine gezielte lokale Behandlung nachdenken.

Bei Bartalgen schauen wir besonders genau auf die Eisen- und Mikronährstoffversorgung – ohne daraus die falsche Regel abzuleiten, dass jeder Fe-Wert über 0,1 mg/l automatisch Bartalgen verursacht.


← Zur Übersicht: Algenratgeber

Läuft etwas nicht rund?

Unser Shop ist neu. Wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert, freuen wir uns über Ihren Hinweis!

Bitte keine Passwörter, Zahlungsdaten oder andere vertrauliche Angaben eintragen.

„E-Mail vorbereiten“ öffnet Ihr E-Mail-Programm. Die aktuelle Seite wird ohne Suchparameter mitgegeben. Erst dort entscheiden Sie, ob Sie die Nachricht absenden.

Kein E-Mail-Programm eingerichtet? Schreiben Sie an rolf@pep-duenger.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.