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CO₂ richtig einstellen und kontrollieren

Wie stellt man die richtige CO₂-Menge ein?

Eine pauschale Angabe wie „20 Blasen pro Minute“ ist wenig hilfreich. Größe und Volumen einzelner Gasblasen unterscheiden sich zwischen Blasenzählern, ebenso die Effizienz verschiedener Diffusoren und Reaktoren.

Die Blasenzahl eignet sich deshalb hervorragend, um die eigene Einstellung reproduzierbar zu verändern, aber nicht als allgemein gültige Maßeinheit für unterschiedliche Aquarien.

Beginnen Sie mit einer moderaten CO₂-Zufuhr und erhöhen Sie diese bei Bedarf schrittweise. Beobachten Sie dabei sowohl die Pflanzen als auch die Tiere.

CO₂-Dauertest / Drop Checker

Eine einfache Möglichkeit zur Kontrolle ist ein CO₂-Dauertest, häufig auch Drop Checker genannt. Er enthält eine Indikatorflüssigkeit, deren Farbe sich abhängig vom CO₂-Eintrag verändert.

Typischerweise gilt:

  • Blau: wenig CO₂
  • Grün: sinnvoller Bereich
  • Gelb: hoher CO₂-Gehalt beziehungsweise mögliche Überversorgung

Ein Dauertest reagiert allerdings mit deutlicher zeitlicher Verzögerung und ist kein hochpräzises Labor-Messgerät. Die Farbe sollte deshalb als Orientierung und nicht als exakte Milligrammangabe verstanden werden.

CO₂ über pH-Wert und Karbonathärte bestimmen

CO₂ beeinflusst das Säure-Basen-Gleichgewicht des Wassers. Wird mehr Kohlendioxid gelöst, sinkt normalerweise der pH-Wert.

Deshalb kann der CO₂-Gehalt unter bestimmten Voraussetzungen aus pH-Wert und Karbonathärte näherungsweise berechnet werden. Die bekannten CO₂/pH/KH-Tabellen beruhen auf diesem Zusammenhang.

CO₂-Gehalt direkt berechnen:
Wenn Sie die Karbonathärte und den pH-Wert Ihres Aquariums kennen, können Sie mit unserem kostenlosen PEP CO₂-Rechner den theoretischen CO₂-Gehalt direkt berechnen und das Ergebnis einordnen lassen.

→ Zum PEP CO₂-Rechner

In realen Aquarien können jedoch weitere Säuren und Puffersysteme vorhanden sein – beispielsweise Huminstoffe, bestimmte Soil-Bodengründe oder andere pH-beeinflussende Substanzen. Dann kann eine ausschließlich aus pH und KH berechnete CO₂-Konzentration deutlich vom tatsächlichen Wert abweichen.

Auch hier gilt deshalb: Messwerte immer zusammen mit dem Verhalten der Tiere und dem Zustand der Pflanzen beurteilen.

Sollte CO₂ nachts abgeschaltet werden?

Auch Pflanzen betreiben ständig Zellatmung. Während der Beleuchtungsphase kommt zusätzlich die Photosynthese hinzu, sodass bei gesundem Pflanzenwachstum normalerweise netto CO₂ aufgenommen und Sauerstoff abgegeben wird.

Im Dunkeln findet keine Photosynthese statt. Die Zellatmung läuft jedoch weiter – Pflanzen verbrauchen dann Sauerstoff und geben CO₂ ab.

Eine Nachtabschaltung ist bei einer richtig eingestellten CO₂-Anlage nicht grundsätzlich notwendig, um die Tiere vor einer „CO₂-Vergiftung“ zu schützen. Entscheidend ist nicht, ob die Anlage nachts läuft, sondern welche CO₂-Konzentration tatsächlich im Aquarium erreicht wird. Eine zu hohe CO₂-Konzentration kann Fische und andere Tiere selbstverständlich belasten – unabhängig davon, ob sie am Tag oder in der Nacht entsteht.

Der wichtigste praktische Vorteil einer Nachtabschaltung besteht darin, CO₂ zu sparen. Während der Dunkelphase benötigen Pflanzen kein zusätzlich zugeführtes CO₂ für die Photosynthese. Wird die Zufuhr trotzdem unverändert fortgesetzt, wird ein Teil des Gases lediglich wieder über die Wasseroberfläche an die Umgebung abgegeben.

Zusätzlich kann sich CO₂ während der Nacht stärker anreichern, weil keine photosynthetische Aufnahme mehr stattfindet und Pflanzen, Fische sowie Mikroorganismen selbst weiterhin CO₂ durch Zellatmung produzieren. Eine Nachtabschaltung verhindert deshalb auch unnötig hohe Konzentrationen.

Gut zu wissen: Eine CO₂-Anlage kann grundsätzlich auch rund um die Uhr betrieben werden, sofern die CO₂-Konzentration auch während der Nacht in einem für die Tiere unbedenklichen Bereich bleibt. Eine Nachtabschaltung ist daher vor allem eine Frage der Effizienz und der zusätzlichen Sicherheit – keine zwingende Voraussetzung für den Betrieb einer CO₂-Anlage.

Bei regelbaren Anlagen ist eine Nachtabschaltung mit Magnetventil dennoch meist sinnvoll. Sie spart CO₂ und verhindert, dass während der Zeit ohne Photosynthese unnötig weiter Gas zugeführt wird.

In vielen Aquarien wird die CO₂-Zufuhr etwa ein bis zwei Stunden vor dem Einschalten der Beleuchtung gestartet, damit zum Beginn der Photosynthese bereits ausreichend CO₂ im Wasser vorhanden ist. Abschalten kann man die Zufuhr häufig etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Licht.

Diese Zeiten sind jedoch nur Ausgangswerte. Strömung, Diffusor, Aquariengröße, Pflanzenmasse und CO₂-Verbrauch unterscheiden sich von Becken zu Becken.

Bei einfachen Hefe-CO₂-Anlagen darf die Gasleitung nicht einfach nachts druckdicht verschlossen werden. Die Gärung läuft weiter und produziert weiterhin Gas. Eine Nachtabschaltung ist deshalb nur mit einem dafür ausdrücklich geeigneten Aufbau möglich.

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