CO₂ sicher verwenden und Flüssig-CO₂ einordnen
Kann zu viel CO₂ Fischen oder Garnelen schaden?
Ja. Kohlendioxid ist für Pflanzen unverzichtbar, eine zu hohe Konzentration kann für Fische und andere Aquarienbewohner jedoch gefährlich werden.
Das Risiko hängt dabei von der tatsächlich erreichten CO₂-Konzentration ab und nicht davon, ob die CO₂-Zufuhr tagsüber oder nachts erfolgt.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Tiere ungewöhnlich schnell atmen, sich verstärkt in der Nähe der Wasseroberfläche aufhalten oder andere deutliche Anzeichen von Atemproblemen zeigen.
Bei Verdacht auf eine CO₂-Überdosierung sollte die CO₂-Zufuhr sofort gestoppt und der Gasaustausch durch stärkere Oberflächenbewegung beziehungsweise Belüftung erhöht werden. Bei Bedarf kann zusätzlich ein größerer Wasserwechsel durchgeführt werden.
Die gewünschte CO₂-Konzentration sollte deshalb niemals auf Kosten des Wohlbefindens der Tiere eingestellt werden.
Sicherheit bei CO₂-Anlagen: Druckgasflaschen und chemische CO₂-Generatoren arbeiten mit Druck. Verwenden Sie ausschließlich geeignete und dafür vorgesehene Behälter, Ventile, Schläuche und Sicherheitseinrichtungen. Druckbehälter dürfen nicht improvisiert oder über die Vorgaben des Herstellers hinaus betrieben werden.
Was ist mit sogenanntem „Flüssig-CO₂“?
Im Handel werden seit Jahren Produkte angeboten, die als „flüssiger Kohlenstoff“, „Liquid Carbon“ oder umgangssprachlich sogar als „Flüssig-CO₂“ bezeichnet werden.
Diese Produkte sind nicht mit einer CO₂-Gasanlage gleichzusetzen.
Kohlendioxid ist unter normalen Umgebungsbedingungen ein Gas. Flüssiges CO₂ kann nur unter entsprechendem Druck existieren – beispielsweise innerhalb einer CO₂-Druckgasflasche. Eine normale Flasche mit einem flüssigen Aquarienpflegeprodukt enthält daher kein „flüssiges CO₂“, das nach der Zugabe einfach als gelöstes Kohlendioxid im Aquarium zur Verfügung steht.
Bei sogenannten Liquid-Carbon-Produkten kommen andere kohlenstoffhaltige Wirkstoffe beziehungsweise Verbindungen zum Einsatz. Je nach Produkt und Formulierung können diese auch Wirkungen auf Algen und Mikroorganismen besitzen. Sie funktionieren jedoch grundlegend anders als die gezielte Einleitung von gasförmigem CO₂.
Wer seine Pflanzen mit gelöstem CO₂ versorgen möchte, sollte „Flüssig-CO₂“ deshalb nicht als gleichwertigen Ersatz für eine Druckgas-, Hefe- oder Zitronensäure-Natron-Anlage betrachten.
Mehr über „Flüssig-CO₂“:
JBL hat sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und erklärt in einer mehrteiligen Artikelserie, was sich hinter entsprechenden Produkten verbirgt, wie sie wirken und warum sie nicht mit einer klassischen CO₂-Düngung gleichgesetzt werden sollten.